"Wendekreuze" wieder vereint

HUNDHEIM. (HB) Einzelne Wegekreuze, die an ein Gelübde eines in Not geratenen Menschen, oder ein tragisches Ereignis unserer Vorfahren erinnern, sind ein gewohntes Bild in der Hunsrücklandschaft. Eine Besonderheit in diesem Reigen stellen ein Sandstein- und Holzkreuz an der Kreisstraße (K122) von Hundheim in Richtung Bischofsdhron dar.

Obwohl sie nah beieinander stehen, wird ihnen eine unterschiedliche Entstehungsgeschichte nachgesagt. Theo Schabbach erinnert sich, "dass vor ungefähr 20 Jahren das Holzkreuz eines Tages total verwittert und morsch im Straßengraben lag, ohne dem religiösen Relikt die gebührende Beachtung zu schenken." Dieses Versäumnis hat der Heimatverein jetzt nachgeholt. Auf seine Initiative hin, wurde dass verschwundene Holzkreuz an gleicher Stelle durch ein neues ersetzt und somit der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt. "Maßgeblichen Anteil an der Verwirklichung dieses Vorhabens hat die örtliche Schreinerei Schabbach, die das Eichenkreuz stiftete", sagt die erste Vorsitzende Renate Tresch. Warum die beiden Kreuze unmittelbar nebeneinander aufgestellt wurden, ist unklar. Zum Grund der Errichtung dieser kleinen Kulturdenkmäler schreibt Winfried Palm in der 1981 herausgebrachten Ortschronik: "Nach mündlichen Berichten soll dass Holzkreuz von einer Frau als Bittkreuz für die Wiederkehr ihres Mannes aus dem Krieg 1870/71 errichtet worden sein. Das danebenstehende Sandsteinkreuz soll zum Andenken an zwei Männer errichtet worden sein, die an dieser Stelle vom Blitz erschlagen worden sein sollen. Diese beiden Kreuze werden auch als "Wendekreuze" bezeichnet und lassen mit diesem Namen darauf schließen, dass hier in früherer Zeit eine Prozession gewendet hat".