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Wendemanöver auf der A 60: Amtsgericht verurteilt LKW-Fahrer

Wendemanöver auf der A 60: Amtsgericht verurteilt LKW-Fahrer

Das Amtsgericht Prüm hat einen Mann von der Mosel zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt und ihm die Fahrerlaubnis entzogen. Der 49-Jährige soll mit seinem Lastwagen bei einem verbotenen Wendemanöver auf der A 60 einen Unfall riskiert und andere Autofahrer gefährdet haben.

Prüm/Wittlich. Alles nur ein Missverständnis? An einem Abend im März soll ein 49 Jahre alter Kraftfahrer auf der A 6, in Höhe von Brandscheid quer über die Fahrbahn gezogen sein, um seinen Lastwagen mit Anhänger zu wenden. Der Mann muss sich am Donnerstag vor dem Amtsgericht Prüm verantworten. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe: Er sei nur rechts rangefahren, weil ihm auf der Straße eine Art Hindernis aufgefallen sei, um nachzusehen.
Eine Autofahrerin aus der Eifel soll nur noch durch eine Vollbremsung einen Zusammenstoß verhindert haben können, ein anderer konnte offenbar gerade noch ausweichen. So gibt es die 40-Jährige auch während der Verhandlung an. Der Angeklagte widerspricht: Die Frau sei sehr abgelenkt gewesen: schreiende Kinder im Wagen, ein heruntergefallenes Handy. In einer solchen Situation sei es schwer, "das alles aufzufassen und ganz genau zu sehen". Laut Aussage von Polizeibeamten soll der Mann das Manöver am Abend des Beinah-Unfalls aber zunächst zugegeben haben. Jetzt sagt er, mit den Polizisten habe er nur "aneinander vorbei" geredet. "Ich fühle mich absolut schlecht behandelt."
Und das nicht nur von der Polizei, sondern auch von Staatsanwalt Volker Blindert, der seine Existenz und die seiner beiden Kinder gefährde. Dieser hat kein Zweifel an dem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr und fordert in seinem Plädoyer 60 Tagessätze zu 40 Euro, den Entzug des Führerscheins und eine Sperrfrist für einen Neuantrag von einem halben Jahr. Verteidiger Christoph Kutscheid aus Wittlich plädiert dagegen für Freispruch: Es gebe zu viele Zweifel an der Schuld seines Mandanten. Der Kraftfahrer selbst wünscht sich vom Gericht die Möglichkeit, "meinen Beruf weiter auszuüben". "Im Zweifel für den Angeklagten", fordert auch der 49-Jährige.
Für Strafrichter Felix Heinemann bestehen keine Zweifel: Er verurteilt den Moselaner zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 20 Euro und entzieht ihm den Führerschein. Erst in sechs Monaten darf der Mann eine neue Erlaubnis beantragen. "Das Wenden in der Dunkelheit auf einer solchen Straße und in Kenntnis der Örtlichkeit", sagt der Richter, "ist grob rücksichtslos". fpl