Wenig Ruhm

Es gibt große und weniger große Architekten. Gemeint ist in diesem Fall nicht die Körperlänge, sondern die Bedeutung. Den früheren Trierer Architekten Albert Brunner werden die Morbacher eher in die zweite Rubrik einordnen.

An seinen Bausünden haben sie derzeit wenig Freude. Das Morbacher Rathaus soll schon bald der Abrissbirne zum Opfer fallen. Welches Schicksal dem Ex-Sporthotel droht, das ebenfalls von seinem Reißbrett stammt, ist noch völlig offen. Tatsache ist allerdings, dass es der Gemeinde wenig Ruhm gebracht, sie dafür in jüngster Zeit allerdings teures Geld gekostet hat. Schnee von gestern ist ein kleiner Flugplatz auf der "Bilz", den er ebenfalls angelegt haben soll. Dort steht heute der Gewerbepark Humos. Allerdings gibt es ein viertes Objekt in der Einheitsgemeinde, das die Handschrift des Architekten trägt: die Dörrwies. Der Stadtmensch Brunner hatte nach TV-Informationen in den 60er Jahren eine alte Mühle im Dhrontal als Domizil ausgebaut. Er leistete sich moderne, geflieste (!) Stallungen zu einer Zeit, als Badezimmer heutigen Stils rar waren. Rund zehn Jahre wohnte Brunner auf der Dörrwies, bis er sie verkaufte. Seit 1984 ist dort das sozialpolitische Projekt Dörrwies aktiv, eine Einrichtung, in der Betreuer mit geistig behinderten Menschen leben. So gesehen hat Brunners Wirken in der späteren Einheitsgemeinde auch sein Gutes gehabt. (iro)