Wenig Verständnis für neue Diskussion um die Brücke

Wenig Verständnis für neue Diskussion um die Brücke

Während bei den Koalitionsverhandlungen in Mainz über den Hochmoselübergang gesprochen wird, haben in Lösnich mehr als 130 Bürger und Kommunalpolitiker ihr "Ja" zum Projekt bekräftigt.

Lösnich. So richtig sicher sind sich die etwas mehr als 130 Teilnehmer eines Treffens im Gemeindehaus Lösnich dann offensichtlich nicht. Obwohl mehrere Redner betonen, dass der Bau der Bundesstraße 50 neu zwischen Wittlich und der Hunsrückhöhenstraße nicht zu stoppen ist, ist die Angst spürbar. Kommt am Ende der Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Grünen raus, dass das Projekt getoppt wird? Das will fast niemand glauben. Stattdessen setzt die Mehrheit auf die neue Straße.
Lang ersehnte Lösung


Beispielsweise Friedhelm Leimbrock, Ortsbürgermeister von Mülheim. Er berichtet den Zuhörern von den katastrophalen Zuständen am Mülheimer Berg, wo sich seit Jahren zunehmend mehr LKW eine Steigungsstrecke hinauf- oder hinabquälen. Für seinen und viele andere Orte stelle die B 50 neu eine lang- ersehnte Lösung der Verkehrsprobleme dar.
Zu den Kritikern der neuerlichen Diskussion um das 330-Millionen-Euro-Projekt gehört auch Alexander Licht, Landtagsmitglied der CDU und zweiter Vorsitzender des einladenden Vereins "Bürger für den Hahn". Er stellt fest, dass in der Berechnung des künftigen Verkehrs vom Bund nicht alle Fahrzeuge eingerechnet seien. "Es werden mehr als 13 000 sein", sagt Licht.
Einen völlig anderen Aspekt stellt der Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder heraus. Er berichtet, dass Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer mehr als erstaunt gewesen sei, als er von dem sogenannten Baustopp für das Projekt hörte. "Gibt es etwas Neues?", fragt Schnieder eher rhetorisch. "Nein", antwortet er postwendend. Es stelle sich die Frage, was das alles soll.
Warnung vor Verkehrskollaps


Weitere Redner sprechen von mangelndem Demokratieverständnis von SPD und Grünen, mehrfach demokratisch gefassten Beschlüssen. Ein Sprecher fürchtet sogar den "Tod der Region, wenn die Brücke nicht kommt". Hans Gaß, jahrelang beruflich mit dem Projekt beschäftigt, nennt die rund 160 Meter hohe Brücke einen "Segen für das Moseltal". Landscheids Ortsbürgermeister Ewald Heck erinnert daran, dass auch die Menschen in der Eifel und im Hunsrück darauf warten, dass die Strecke endlich fertig wird.
Entsprechend groß ist die Zustimmung zu fünf Aufforderungen an SPD und Grüne, die Alexander Licht formuliert. Die beinhalten neben der Forderung nach einem Weiterbau der B 50 neu unter anderem die Warnung vor einem Verkehrskollaps in Platten oder Bernkastel-Kues, wenn nur der erste Bauabschnitt vollendet würde.

Von den wenigen Brückengegnern im Saal gibt es an diesem Tag keinen Protest. Eine zahlenmäßig kleine Gruppe hatte vor dem Bürgerhaus auf ihre Sicht der Dinge hingewiesen. har

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