Weniger LKW in Hetzerath
Hetzerath · Ein Drittel weniger Laster als vor zwei Jahren fahren durch die Hetzerather Kirchstraße: Das hat die Verkehrszählung des Landesbetriebs Mobilität im Juni 2011 ergeben. Bürgermeister Werner Monzel und Markus Lorenz von der Bürgerinitiative "Für ein lebendiges Hetzerath" zweifeln die Ergebnisse an.
Hetzerath. Die Belastung der Hetzerather durch den LKW-Verkehr ist und bleibt ein strittiges Thema. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) hat jetzt die Ergebnisse der Verkehrszählung vom Juni 2011 bekanntgegeben. Demnach ist der Lastwagenverkehr gegenüber der Zählung im Mai 2009 in der Ortsdurchfahrt gesunken. In der Hauptstraße hat der LBM 140, in der Kirchstraße sogar 190 weniger Lastwagen pro Tag gezählt. Das entspricht nach Auskunft der Behörde einem Rückgang von 25 Prozent in der Hauptstraße und 33 Prozent in der Kirchstraße.
Die genaue Zahl der Brummis, die am Stichtag durch den Ort gefahren sind, teilte der LBM nicht mit. Die Behörde nimmt die 2009 ermittelten Verkehrsmengen als Anhaltspunkt für ihre Vergleiche, weil viele Hetzerather die Zahlen, die im Dezember 2010 bei einer Zählung ermittelt wurden, wegen des damaligen Winterwetters als nicht repräsentativ ansahen. Im November 2010 war ein Fahrverbot für LKW ab 7,5 Tonnen erlassen worden, nachdem Anwohner und der Gemeinderat es gefordert hatten. Vor allem Lärm und Dreck stören die Anwohner.
Der PKW-Verkehr hat wiederum zugenommen, teilt der LBM mit. So fahren täglich in der Hauptstraße 360 Autos, in der Kirchstraße 510 Autos mehr als 2009.
Außerdem sagte LBM-Pressesprecherin Birgit Küppers, dass der Schwerverkehr insgesamt auf deutschen Straßen zugenommen habe. "Unter diesem Aspekt muss die Reduktion des LKW-Verkehrs von 25 Prozent beziehungsweise 33 Prozent bei gleichzeitiger Zunahme des Gesamtverkehrs von sechs beziehungsweise elf Prozent im Zeitraum zwischen Mai 2009 und Juni 2011 als erfolgreich eingestuft werden.
Bürgerbeauftragter prüft Lage
Somit belegen die aktuell erhobenen Daten, dass die Maßnahmen zum LKW-Durchgangsverkehr in der Ortsdurchfahrt in Hetzerath offensichtlich gut greifen", teilte Küppers mit. Oder einfacher: Der PKW-Verkehr in Hetzerath ist mehr geworden, der LKW-Verkehr in Deutschland ist mehr geworden, dann ist es ein Erfolg, wenn wegen der aufgestellten Schilder jetzt weniger Laster durch Hetzerath brausen als früher.
Dieses Fazit kann der Hetzerather Bürgermeister Werner Monzel nicht nachvollziehen: "Wir können diese Ergebnisse nicht bestätigen, das Empfinden der Bürger ist anders." Er möchte wissen, wie die Zahlen ermittelt worden sind. Denn nach seiner Kenntnis haben an einem Tag Mitarbeiter des LBM am Straßenrand gezählt, an anderen Tagen waren Messgeräte im Einsatz. "Welche Zahlen sind das jetzt?", fragt er.
Er will das Angebot annehmen, dass ein Vertreter des LBM oder des Wirtschaftsministeriums die Ergebnisse in Hetzerath vorstellt und erläutert. Dazu soll es eine Gemeinderatssitzung oder Einwohnerversammlung im November geben. Ein Termin steht noch nicht fest.
Markus Lorenz von der Bürgerinitiative "Für ein lebenswertes Hetzerath" bezweifelt, dass die ermittelten Zahlen des LBM die tatsächliche Belastung des Ortes widerspiegeln. "Wenn die Zähler offen am Straßenrand sitzen, weiß doch direkt jeder, warum. Dann bekommen die Fahrer die Anweisung, an dem Tag nicht mehr durch den Ort zu fahren, und schon werden an dem Tag weniger Laster gezählt", kritisiert Lorenz. Das Schild, das die Durchfahrt einschränkt, hält in seinen Augen höchstens ein paar auswärtige Fahrer ab. Die meisten Lastwagen stammten aber von lokalen Unternehmen, die den Ort passieren dürften.
Lorenz hofft weiter auf den Bürgerbeauftragten Dieter Burgard, den er im Sommer angeschrieben hatte und der derzeit die Situation in Hetzerath prüfe. Von ihm verspricht sich Lorenz eine Lösung, die den LKW-Verkehr im Ort spürbar reduziert.
Extra
Aus den vom LBM genannten Rückgängen in Zahlen und Prozenten errechnet sich, dass am Tag der Zählung im Juni 2011 auf der Hauptstraße täglich 420 und auf der Kirchstraße täglich 385 Lastwagen den Ort passierten. Am Zähltag im Jahr 2009 müssten es demnach 560 Lastwagen in der Hauptstraße und 575 in der Kirchstraße gewesen sein. cst