Weniger Schulen, längere Wege

Die demografische Entwicklung macht Schulentwicklungspläne notwendig. Zurzeit arbeitet eine Bonner Projektgruppe an einem Entwurf für den Kreis Cochem-Zell.

Cochem-Zell. Landrat Manfred Schnur hat jetzt den Bürgermeistern der Verbandsgemeinden im Kreis Cochem-Zell den ersten Entwurf für einen Schulentwicklungsplan vorgestellt. Demnach wird es in Blankenrath keine weiterführende Schule mehr geben. Auch in anderen Orten gibt es erhebliche Veränderungen.

Der Entwurf sieht folgendes vor: Cochem behält ein eigenständiges Gymnasium und die Berufsbildende Schule. Zell behält die Integrierte Gesamtschule (IGS), eine weitere wird es in Kaisersesch geben.

An zwei Standorten soll eine Realschule Plus eingerichtet werden: in Lutzerath und Ulmen. Am Schulstandort Treis-Karden könnte laut Projektplaner Wolf Krämer-Mandeau (Projektgruppe Bildung und Region) ein Teil der Orientierungsstufenschüler der gemeinsamen Realschule Plus unterrichtet werden. Krämer-Mandeau prüft zurzeit auch, an welcher der beiden Realschulen Plus eine Fachoberschule angegliedert werden kann.

In Treis-Karden zusammengeführt werden sollen die beiden Förderschulen von Zell und Kaisersesch. Die leeren Gebäude könnten dann von der Integrierten Gesamtschule als Schulräume genutzt werden. Das würde erhebliche Investitionen in Baumaßnahmen sparen.

Schülerabwanderung soll gestoppt werden



Der Schulentwicklungsplan soll laut Manfred Schnur dazu beitragen, dass mehr Jungen und Mädchen Cochem-Zeller Schulen besuchen, anstatt in Nachbarkreise abzuwandern. 40 Prozent der Schüler eines Jahrgangs wechseln nach der Grundschule zu einem Gymnasium. Neben Cochem sind das bisher vor allem die Gymnasien in Traben-Trarbach, Münstermaifeld und Daun. Die Integrierten Gesamtschulen in Zell und Kaisersesch, die die Oberstufe anbieten wollen, sollen diese Schülerabwanderung stoppen.

Schnur hat den Bürgermeistern auch angeboten, dass der Kreis die Trägerschaft für alle weiterführenden Schulen übernimmt. Ein Gremium soll dieses Thema jetzt beraten und dann eine Empfehlung an den Kreistag weitergeben.

Mehr von Volksfreund