Weniger Urlauber in Hochwald und Hunsrück

Weniger Urlauber in Hochwald und Hunsrück

Im Hochwald und im Hunsrück haben im vorigen Jahr weniger Menschen ihren Urlaub verbracht. Nach Angaben des Statistischen Landesamts sind die Gäste- und Übernachtungszahlen gegenüber 2009 um mehr als sechs Prozent zurückgegangen. Stärkere Verluste verzeichnet der Fremdenverkehr vor allem in Thalfang und Kell.

Kell am See/Thalfang. Mit dem Saar-Hunsrück-Steig, auf dem nach Angaben des zentralen Projektbüros in Losheim 2010 circa 115 000 Wanderer unterwegs waren, hat die Region rund um Kell, Hermeskeil, Thalfang und Morbach zwar eine wichtige touristische Attraktion hinzugewonnen. Diese Urlauber gruppe allein kann die negative Gesamtbilanz des Fremdenverkehrs 2010 im Hochwald und Hunsrück jedoch nicht retten (siehe Extra).

Der Blick auf die einzelnen Kommunen zeigt aber unterschiedliche Entwicklungen.

VG Kell am See: Zwar bleibt die Spitzenstellung der VG Kell mit 200 351 Übernachtungen unangefochten. Doch sind die Verluste dort mit über zehn Prozent besonders deutlich. Walburga Meyer, Leiterin der Tourist-Info, weist jedoch darauf hin, dass man das Ergebnis differenziert betrachten muss: "Aus den kleineren Familienbetrieben gab es unisono die Rückmeldung, dass dort das Jahr 2010 gut gelaufen ist, vor allem wegen der Wanderer und Radfahrer." Den Fremdenverkehr in der VG kennzeichnet aber die Tatsache, dass es mit dem Landal-Ferienpark Hochwald am Keller Stausee ein großes Flaggschiff gibt, das allein 1500 von insgesamt 1750 Betten ausmacht. "Wir hängen mit unserer Bilanz also an diesem Tropf", sagt Meyer. Da laut Statistik 14,5 Prozent weniger ausländische Gäste nach Kell gekommen sind (20 768 im Jahr 2010 im Vergleich zu 24 312 im Jahr 2009), liegt der Schluss nahe, dass das rückläufige Gesamtergebnis in der VG auf eine geringere Auslastung im Ferienpark zurückzuführen ist. Die niederländische Kette hat auf die Entwicklung aber bereits reagiert. Sie investiert zurzeit in den Park und ersetzt ältere Ferienhäuser durch Neubauten.

VG Thalfang: Auch dort hat der Zulauf an Touristen laut Statistik spürbar abgenommen. 83 802 Übernachtungen bedeuten gegenüber 2009 Einbußen von 10,2 Prozent. "Zwei Dinge haben sich bei diesen Zahlen bemerkbar gemacht", sagt Tourismus-Chef Klaus Hepp. Zum einen war Anfang 2010 das große Familienhotel in Horath saisonbedingt längere Zeit geschlossen. Zum anderen verweist Hepp darauf, "dass bei uns einige kleinere Betriebe hinzugekommen sind, die weniger als acht Betten haben und dann nicht mehr meldepflichtig sind". Das hat unter anderem mit der Situation im Ferienpark Himmelberg zu tun. Dort befinden sich einige Häuser im Besitz von Privatvermietern, deren Verträge mit der Himmelberg-Verwaltungsgesellschaft zwischenzeitlich ausgelaufen sind und nicht mehr verlängert wurden.

Gemeinde Morbach: Mit 61 253 Übernachtungen weist die Statistik 2010 ein Plus von 8,7 Prozent (2009: 56 344) aus. Für Tourismus-Chef Karl-Heinz Erz ist das aber kein Grund, euphorisch zu werden. "Es ist vielmehr so, dass unserer Meinung nach die Zahlen, die voriges Jahr aus Bad Ems gemeldet wurden, nicht stimmig waren. Wir hatten selbst circa 59 000 Übernachtungen ermittelt". Selbst wenn die Zuwachsrate also nicht so hoch sein sollte, wie es die Bilanz des Landesamts aussagt, ist für Erz letztlich entscheidend, "dass wir überhaupt eine Steigerung haben. Das freut uns natürlich."

VG Hermeskeil: Dort gab es mit 43 365 Übernachtungen einen leichten Zuwachs von 2,8 Prozent. Diese Steigerung findet Herbert Schindler, Leiter der Tourist-Info, insofern bemerkenswert, "da bei uns einige Betriebe weggefallen sind und sich die Zahl der Betten von 590 auf 570 verringert hat". Kompensiert wurde das aber unter anderem durch den wachsenden Zuspruch, den die Hermeskeiler Jugendherberge erfahren hat, in der 14 300 Übernachtungen gezählt wurden. ExtraGesamtbilanz 2010: Während in Rheinland-Pfalz im vorigen Jahr die Gäste- und Übernachtungszahlen mit 2,3 beziehungsweise 1,1 Prozent leicht im Aufwind waren, ging der Zulauf an Touristen in den vier Gemeinden Hermeskeil, Kell, Morbach und Thalfang unterm Strich zurück. Zusammengerechnet 388 771 registrierte Übernachtungen wurden 2010 dem Statistischen Landesamt in Bad Ems von 54 Betrieben mit 3865 Betten gemeldet. Gegenüber 2009 (414 694) entspricht dies einem Minus von 6,25 Prozent. 96 715 Gäste wurden gezählt. Das sind 7142 weniger als im Jahr zuvor und bedeutet einen Rückgang um 6,88 Prozent.