Wenn Adi singt

WITTLICH. "Oioioioioioioi, auauauauau" – wenn das hunderte Kehlen rufen, darf eins nicht fehlen: Die passende Musik. Für die hat bei den Wittlicher Kappensitzungen 18 Jahre der "Musikexpress" gesorgt. Jetzt sucht die Narrenzunft einen Nachfolger, der am besten eines ist: Genau wie Musikexpress.

Wenn Adi singt, also der eine der Herren Kaspari mit einer gelben Federboa seine klingende Kehle verschönert, ist Narrenzunftzeit. Wenn Adi singt, wer spielt dann die Musik? Na der Musikexpress, jedenfalls bis Frühjahr 2006. Die Band, die sich jetzt auf eigenen Wunsch aufgelöt hat, begleitete traditionell nicht nur den harten Kampf der "Älsda vom Rollkopp" alias Adi Kaspari mit den Tücken der Töne. "Die haben wegen mir auch Lieder geändert. Ich bin ja kein Sänger in dem Sinne und habe immer gebibbert vorher, ob dat loh klappt", sagt Adi Kaspari. Er weiß auch, was er der Band abverlangte: "Adi, bei Dir ham ma immer Bloot geschweetzt."- Das hat ihm Musikexpress zum Abschied verraten. Kurz, die Narrenzunft braucht engagierte Nachfolge-Musiker, die für die Solo-Akteure, die Generalproben und nicht zuletzt die Kappensitzungen mit Herzblut und Musikalität dabei sind. Rita Neukirch bringt es auf den Punkt: "Wir brauchen eine Musikkapelle, wie die, die wir hatten." "Der Klaus Ley hat die immer als Kapelle angekündigt, das hat denen nicht gepasst. Die wollen keine Kapelle sein, die waren einfach Musikexpress", sinniert Adi Kaspari. Dann sagt er bestimmt: "Also, wir brauchen eine Gruppe, die Geduld, Zeit und Einfühlungsvermögen hat. Vor allen Dingen muss sie live spielen und nicht bloß auf Apparaten Knöpfe eindrücken und alles laufen lassen." Er selbst hat nicht nur bei der letzten Kappensitzungen für Musikexpress, das spontane Reaktionsvermögen der Musiker getestet: "Ich habe einfach eine Zusatzstrophe gemacht, da wusste keiner Bescheid, und mich für die Zeit mit ihnen bedankt." Musikexpress hat wie immer mitgespielt. Das Quintett wusste, wenn ein Tusch sein muss, wann die Wittlicher schunkeln wollten. Das ist nun perdu. Auch der Spezialwunsch von Rita Neukirch: "An der Säubrennerkirmes hätte ich die gerne nochmal erlebt. Die würden den Markt wieder zum Kochen kriegen. Aber das ist nun vorbei." Weiter geht es aber mit den Kappensitzungen der Narrenzunft. Deshalb wird ein musikalischer Partner gesucht, der nicht nur eine "Foosenoochd"-Affaire ist, sondern langfristig die Kultabende begleitet und mitgestaltet, wozu naturgemäß auch das Proben mit den Gesangsgrößen wie der Lerche vom Liesertal oder dem "Häämelmaissi" gehört. Grundsätzlich sei man schon mit einer engagierten Drei-Mann-Combo glücklich. Der Musikexpress-Abschied jedenfalls geht in die Narrenzunft-Geschichte ein. "Es wurde getanzt bis in den Morgen, viele waren da, um ihnen die Hand zu schütteln. Und es gab noch eine Zugabe und noch eine Zugabe. Die haben toll gespielt", sagt Rita Neukirch. "Der Tommy, der Mann am Mischpult, hat geheult", nickt Adi Kaspari. In Zukunft soll wieder gelacht werden. Was die Nachfolger denn sonst können müssten? Die beiden "Profis" schauen sich an: "Kölsche Lieder! Echte Fründe, die stuhn zusamme ..." Wer der Narrenzunft weiterhelfen will, Kontakt: Günter Eller, 0171/2612502.