Wenn der Pfarrer gemobbt wird

Mobbing in der Kirche. Es ist ein brisantes Thema, dass Christian Hartung in seinem neuesten Hunsrück-Krimi "...aus einem Kelche trinken..." aufgreift und in den Mittelpunkt der Handlung stellt.

Kirchberg. (dju) "Über dieses Thema spricht man nicht so gerne, doch es kommt vor", erzählt der Autor. Er ist Gemeindepfarrer in Kirchberg und hat mit dem aktuellen Buch seinen mittlerweile vierten Krimi rund um den Pfarrer Michael Held aus der fiktiven Hunsrückgemeinde Flemhausen veröffentlicht.

Es gebe viele Pfarrer, die mit Mobbing ihre Erfahrung machen mussten, meint Christian Hartung. Er verweist dabei auf Fälle, in denen Seelsorger aus dem Dienst ihrer Gemeinde abberufen werden, weil ein gedeihliches Wirken des Pfarrers in seiner Gemeinde - so die kirchenamtliche Bezeichnung dafür - nicht mehr möglich sei.

Dieses Schicksal erfährt auch Martin Leiser, einer der Kollegen von Michael Held im neuesten Kriminalroman von Christian Hartung, der im Simmerner Pandion-Verlag erschienen und im Buchhandel erhältlich ist.

Worum geht es? In einer Kurzschlussreaktion fährt der betroffene Pfarrer sein Auto gegen den Baum, doch schnell wird klar, dass ihn wohl jemand in den Tod getrieben hat. Und die Spur führt ins Presbyterium. Doch nicht nur das: Wenige Stunden, nachdem Michael Held einer älteren Frau das Abendmahl gereicht hat, verstirbt diese. Auch hier kommen rasch Zweifel an einer natürlichen Todesursache auf, und auch hier führt die Spur ins Presbyterium. Spannend schildert Christian Hartung nun die weitere Entwicklung, bei der der Serienheld und eine engagierte Kriminalkommissarin einige heiße Spuren finden.

Dem Pfarrer und Schriftsteller Christian Hartung gelingt es erneut, durch eine bildhafte Schilderung der Charaktere der Romanfiguren den Leser mitzunehmen in eine Welt von schwelenden Konflikten und unausgesprochenen Vorwürfen einer nach außen hin scheinenden Harmonie. Die sympathisch wirkende, für ihre Mutter sorgende Tochter, die gleichzeitig im Presbyterium dem Pfarrer das Leben schwer macht. Der konsequente Seelsorger, der an seinen Ansprüchen in der Gemeinde zu scheitern droht. Oder die Mitglieder der Kirchenleitung, die mit ihrer Aufgabe überfordert sind. Es sind diese Widersprüche, die dem Kriminalroman seine Wirkung verleihen und ihm Spannung geben bis zum unerwarteten Schluss.

Christian Hartung stellt seinen neuesten Kriminalroman im November auch wieder bei Lesungen vor, so am Freitag, 6. November, um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei in Simmern sowie am Samstag, 7. November, um 20 Uhr, im Rosenhof in Traben-Trarbach. Interessierte sollten sich dabei in der Stadtbücherei oder im Rosenhof vorher anmelden.