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Wenn die letzte Ruhe weniger Platz braucht - Nachfrage nach Rasengräbern steigt auf den 50 Friedhöfen der Verbandsgemeinde Wittlich-Land

Wenn die letzte Ruhe weniger Platz braucht - Nachfrage nach Rasengräbern steigt auf den 50 Friedhöfen der Verbandsgemeinde Wittlich-Land

Während die Menschen vor einigen Jahrzehnten auf den meisten Friedhöfen nur die Auswahl zwischen Doppel- oder Reihengrab hatten, haben sich inzwischen die Bestattungsmöglichkeiten vervielfacht. Urnenbestattungen sind heute auf allen Friedhöfen möglich, die Nachfrage nach Rasengräbern steigt. Unterschiede gibt es zwischen der VG Wittlich-Land alt und der ehemaligen VG Manderscheid.

Wittlich. In der Verbandsgemeinde Wittlich-Land gibt es insgesamt 50 Friedhöfe. Drei Gemeinden im VG-Gebiet haben keine eigenen Ruhestätten: Dodenburg, Esch und Oberscheidweiler. Die Dodenburger werden in Heckenmünster beigesetzt, die Escher in Sehlem und die Oberscheidweilerer in Niederscheidweiler. Die Ortsgemeinde Landscheid ist Träger von gleich vier Friedhöfen in den Ortsteilen Niederkail, Landscheid, Burg/Salm und Hof Hau. Bei der Gestaltung der Ruhestätten machen sich viele Gemeinden Gedanken. Nicht nur wegen der Verkehrssicherungspflicht, sondern auch wegen der Würde der Menschen, die hier ihre letzte Ruhe finden.

In Rivenich beispielsweise ist in der Mitte der Rasengrabanlage eine Stele in Kreuzform gebaut worden, an der Schilder mit Namen befestigt sind, die zu den dazugehörigen Gräbern führen. "Uns war wichtig, dass die Menschen wissen, wer dort liegt. Deshalb haben wir das gemacht", sagt Ortsbürgermeister Peter Knops. Auf dem dortigen Friedhof laufen derzeit weitere Arbeiten an den Wegen, um Stolperfallen zu beseitigen und den Unterbau zu erneuern. Zudem wurde der Platz vor der Friedhofshalle saniert. Wegen der zunehmenden Urnenbestattungen braucht man auf dem Friedhof weniger Platz. Man überlegt derzeit, den alten Friedhof auslaufen zu lassen. "Was wir dann mit der freien Fläche machen, müssen wir sehen", sagt Knops. Die Gemeinde müsste die Fläche, bevor sie anderweitig, beispielsweise als Park, genutzt wird, aber erst umwidmen lassen. In einer Widmung sind Nutzungsart und -umfang festgelegt. Insgesamt werden die Kosten in Rivenich in diesem Jahr rund 50 000 Euro betragen, im kommenden Jahr kommen 17 000 Euro dazu.Investitionen in den Dörfern


Auch die Gemeinde Hetzerath will in den Friedhof investieren, hauptsächlich in die Zuwegung sollen rund 138 000 Euro fließen. Die Gemeinde würde in diesem Jahr gerne mit den Arbeiten, zu denen auch eine Sitzmauer an der Leichenhalle gehört, beginnen, aber zuerst müssen die Mittel bewilligt werden. Ortsbürgermeister Werner Monzel: "Die Zuschüsse in Höhe der Hälfte der Bausumme sind beantragt."

In Meerfeld und Bettenfeld wurden die Friedhöfe in den vergangenen Jahren erweitert, umgestaltet haben ihre Ruhestätten Salmrohr, Dörbach, Sehlem, Rivenich und Hetzerath. 2014/2015 wurde in Rivenich eine neue Leichenhalle errichtet. Auf allen Friedhöfen sind Urnenbestattungen inzwischen möglich. Agnes Zunker, Bauverwaltung der Verbandsgemeinde Wittlich-Land, erklärt: "Im Bereich der alten Verbandsgemeinde Wittlich-Land überwiegen inzwischen Urnenbestattungen gegenüber den Sargbestattungen mit zwei Dritteln zu einem Drittel. Im Gebiet der ehemaligen Verbandsgemeinde Manderscheid halten sich Urnen und Sargbestattungen die Waage." Urnen können sowohl in Urnen-Reihengräbern als auch in traditionellen Reihengräbern und Wahl- beziehungsweise Doppelgrabstätten beigesetzt werden.

Stark angestiegen ist die Nachfrage bei den Grabstätten ohne besonderen Pflegeaufwand, den Rasengräbern. Von den 24 Ortsgemeinden der VG Wittlich-Land alt bieten inzwischen 19 die Möglichkeit der Rasenbestattungen an - sowohl für Urnen als auch für Särge. Im Bereich der ehemaligen Verbandsgemeinde Manderscheid kann man sich in zehn Ortsgemeinden auf diese Weise bestatten lassen.