Wenn es Nacht wird in Graach

Eine Handvoll Aktiver will den Graacher Karnevalszug retten. Die Rettung wird davon abhängen, ob es gelingt, Leute zu motivieren, damit nach Fastnacht ein Karnevalsclub gegründet werden kann.

Graach. Obwohl es 2007 eine kleine Beruhigung gab, ist die Bevölkerungszahl in Graach seit Jahren rückläufig. Unten im Ort gab und gibt es kaum eine Möglichkeit, um einen Neubau zu errichten, und auch die Möglichkeiten auf der Höhe, im Ortsteil Schäferei, sind begrenzt. 727 Einwohner mit Hauptwohnsitz wurden zum 30. Juni 2007 gezählt, dazu kommen noch 80 Menschen mit Nebenwohnsitz. Die Struktur des Ortes ist in erster Linie von älteren Menschen geprägt. Das hat Auswirkungen — auch auf den Karneval. Der diesjährige Rosenmontagszug stand kurz vor dem Aus, weil sich nur wenige Leute bereit erklärten, sich daran zu beteiligen. Dabei konnte sich der Umzug in den vergangenen Jahren immer sehen lassen."Uns fehlen die Leute zwischen 30 und 50", sagt Ortsbürgermeister Werner Geller. Zwei Mal hatte die Gemeinde Interessenten eingeladen. Als auch beim zweiten Treffen wenig Resonanz zu spüren war, drohte dem Fastnachtszug das Aus. "Viele Leute sind dann auch in Urlaub", führt Sebastian Krämer einen weiteren Grund an. Krämer gehört zu der Handvoll Leute, die den Zug nicht sterben lassen wollen. Und deswegen wird es den Zug auch geben. Allerdings wird er auf den FastnachtsSonntag gelegt und ab 18.11 Uhr als Nachtumzug laufen. "Wir wollen, dass vor allem die Graacher wieder über die Fastnacht reden", sagt Krämer. Umzug ohne Wehlener Beteiligung

Ob der Zug erhalten bleibt, soll nicht von dem Erfolg am Sonntag abhängig gemacht werden. "Wir werden versuchen, einen Karnevalsclub zu gründen", sagt Krämer. Von der Resonanz auf den Aufruf zur Gründung werde abhängen, ob es in Graach närrisch weiter geht. Wenn es weiter geht, soll auch wieder ein "Bunter Abend" abgehalten werden. Für den Zug am Sonntag hatten sich bis Ende vergangener Woche neun Gruppen gemeldet. Dabei ist zu berücksichtigen, dass in den vergangenen Jahren immer eine große Abordnung aus Wehlen am Zug beteiligt war (und umgekehrt). Das wird in diesem Jahr nicht der Fall sein, weil der Wehlener Zug ebenfalls am Sonntag (14.11 Uhr) stattfindet. Die Gemeinde wird den Zug wie bisher unterstützen. "Ich wäre auch froh, wenn es weiter geht", sagt Werner Geller.