Museum: Wenn Goethe auf Schlafmützen trifft

Museum : Wenn Goethe auf Schlafmützen trifft

Die Museumsnacht in der Villa Böcking war wieder ein großer Erfolg: In vier Stunden wurden 725 Besucher gezählt.

Seit nunmehr 14 Jahren ist die Museumsnacht in der Barockvilla Böcking nicht allein fester Bestandteil im städtischen Veranstaltungskalender, sondern avancierte in Bezug auf die Besucherzahlen sogar zur größten jährlichen Kulturveranstaltung der Doppelstadt. Und auch das diesjährige abendliche Spektakel in der Barockvilla Böcking war wieder ein voller Erfolg. Insgesamt 725 Besucher – rund 150 mehr als im Vorjahr – waren in das altehrwürdige Trarbacher Kaufmannshaus gekommen, als dort rund 80 kostümierte Akteure die historischen Wohnräume des barocken Patrizierdomizils vier Stunden lang mit dem Leben vergangener Jahrhunderte füllten.

Ob Kelten, Wikinger, „Lorettas“, Biedermeier- oder Rokokogruppe, Waschfrauen, Schuster oder Hochzeitsgesellschaft, Stadtschröter oder Stadtgarde; ob als Goethe, „Schlafmütze“, ob als Ehepaar Böcking, Dienstmädchen in der Küche, am Frisiertisch, Biedermeier-Sekretär oder als Stadtschreiber im historischen Kontor – die Museumsgäste erwartete in fast jedem Raum ein anderes buntes Bild. Dabei fehlte weder das Kammerkonzert im historischen Musiksalon, noch das zwischenzeitlich längst ebenfalls zur Tradition gewordene Fotostudio im Erdgeschoss.

„Wir sind bemüht, in jedem Jahr etwas Neues hinzuzufügen“, freute sich Christof Krieger zudem, im oberen Dachgeschoss neben Rotkäppchen samt Großmutter und dem Wolf erstmals auch einen Imker präsentieren zu können. Zudem hatte in der Museumsapotheke erstmals eine barocke Ärztin ihre ebenso informative wie unterhaltsame Praxis eröffnet...

Dass man dieses Mal nach einigen Jahren wieder eine Steigerung der Besucherzahlen verbuchen konnten, freut den Museumsleiter ganz besonders. „Vor dem Hintergrund, dass die Einheimischen nach so vielen Jahren nicht mehr in so großer Zahl wie früher kommen, ist das wirklich ein tolles Ergebnis“, berichtet der Organisator sichtlich zufrieden. Dr. Krieger versäumte es nicht, in diesem Zusammenhang insbesondere auf den Eifer aller Mitwirkender zu verweisen: „Ohne die Begeisterung und das Engagement der Akteure wäre das nicht möglich“, stellt der Museumsleiter klar.

Dank gebühre aber auch seinem Helferteam, das an diesem Abend nicht allein Sonderschichten als Aufsichten schob, sondern auch bei den anschließenden Aufräumunsgarbeiten tatkräftig mitzupackte.

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