Wenn's nach faulen Eiern stinkt

Über Geruchsbelästigungen haben sich Anwohner in Karl beschwert. Die Verbandsgemeinde hat reagiert und eine Stromleitung reparieren lassen, die zum Ausfall einer Pumpe in der Kläranlage geführt hatte. Auch andere Gemeinden sind immer wieder von derartigen Geruchsbelästigungen betroffen.

Bernkastel-Wittlich. Den Geruch von faulen Eiern hat niemand gerne, und wenn man nach einem anstrengenden Tag den Abend auf der Terrasse ausklingen lassen will und es aus dem Kanal stinkt, ist das ärgerlich. In Großlittgen war das beispielsweise der Fall. Ein Anwohner, der nicht genannt werden will, berichtet: "Der Geruch ist schon sehr aufgefallen, zuerst dachten wir, dass es nach Gülle riecht, aber dann haben wir gemerkt, dass es aus dem Kanal kommt."
Dem Ortsbürgermeister Karl-Heinz Hubo ist das Problem in den vergangenen zwei Jahren ungefähr dreimal von Bürgern vorgetragen worden. Er sagt: "Das ist dann aber kein Dauerzustand, dass es die ganze Zeit stinkt, sondern an einem Tag für ein paar Stunden. Wir geben die Beschwerde weiter an die Verbandsgemeinde-Werke, und die kümmern sich darum."
Das bestätigt Günter Weins, Leiter der Verbandsgemeindewerke: "Ja, das kommt hin mit drei Beschwerden. Wir hatten in den vergangenen zwei Jahren, drei Betriebsstörungen an der Pumpe, die das Abwasser von Karl nach Großlittgen zur Kläranlage pumpt." Insgesamt gibt es in der Verbandsgemeinde rund 120 Kilometer Kanalleitungen, das entspricht einer Strecke von Manderscheid nach Esch-sur-Alzette in Luxemburg und 19 Pumpstationen.
Weins erklärt weiter: "Wenn die Pumpe nicht funktioniert, wie es bei der Beschädigung der Stromleitung der Fall war, steht das Wasser lange in der Leitung, fängt an zu gären, und es riecht unangenehm." Auch wenn es im Sommer wenig regnet und das Abwasser zu lange steht, kann es zu Gestank kommen, und das nicht nur in Großlittgen, sondern in allen Orten, zu denen Abwasser gepumpt wird. In der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues bestätigt man die Aussagen aus Manderscheid. Dort sind 33 Pumpstationen, und es kann, laut Werkleiter Wolfgang Hauth, immer mal wieder zu Störungen kommen, die aber in der Regel schnell behoben sind. In Thalfang brauchen die Werke nur vier Pumpen, sie haben dafür mehr Kläranlagen, deshalb ist die Zahl der Störungen an den Pumpen sehr gering, wie Edwin Maßmann, Werkleiter, berichtet.
In Großlittgen hat man in einigen Gullis Folie unter dem Deckel angebracht, damit der Geruch nicht durch die Löcher im Deckel dringt. "Aber dann kommt er beim nächsten Kanaldeckel raus, wenn der dann auf einem Feldweg ist, wo keiner belästigt wird, hilft es", so Günter Weins.
Eine weitere Möglichkeit, den Gestank in den Griff zu kriegen, ist der Zusatz einer biologischen Substanz, die den Schwefelgeruch neutralisiert. Das wurde in Niederöfflingen praktiziert, denn auch dort gab es vor einigen Jahren Probleme.