Wer bist du, Maria?

Im September gedenkt die Kirche an vier Tagen der Gottesmutter: Mariä Geburt (8.), Namen (12.), Sieben Schmerzen (15.) und Vom Loskauf der Gefangenen (24.). Wir wüssten gerne mehr von ihr: wann, wo und wie sie gelebt hat, geboren, gestorben ist.

Leider schweigt sich das Buch der Bücher darüber aus. Dagegen sind ihre Feste wie ein Bilderbuch, in die wir uns vertiefen, weil sie uns helfen, das Geheimnis Gottes zu verstehen.

Der 8. September geht auf die Weihe einer Basilika in Jerusalem, nahe dem Bethesda-Teich. So steht dieser Ort für den Stammbaum Jesu. Dem Geburtstag folgt rasch der Namenstag: Unter Anrufung ihres Namens gelang am 12.9.1683 der Sieg des christlichen Abendlandes über seine Angreifer.

Die Sieben Schmerzen Mariens erinnern an die Weissagung Simeons: Nach Herbergssuche und Kindermord des Herodes, Flucht nach Ägypten, Suche nach Jesus, Kreuzweg, Passion, Abnahme vom Kreuz und Grablegung. Maria ist ein Beispiel, den Weg zur Herrlichkeit auch in den Stunden der Prüfung und des Leides zu gehen.

Fast vergessen: Maria vom Loskauf der Gefangenen: Wie viele Menschen sind heute noch entwürdigt, enteignet, verschleppt und versklavt. Nicht nur der Mercedarier-Orden des hl. Petrus Nolascus erinnert an den Einsatz des eigenen Lebens für die vielen Menschen ohne Freiheit und Hoffnung.

In allen entscheidenden Momenten des Heils begegnet uns Maria an der Seite ihres Sohnes und ist uns lebendig gegenwärtig im Licht von Gottes Wort.

P. Abt Bruno Fromme OCist., Kloster Himmerod