Wer schnappt sich die Krone?

Fünf junge Frauen wollen heute Moselweinkönigin werden. Die Deutsche Weinkönigin Lena Endesfelder redet dabei ein Wörtchen mit.

Trier/Maring-Noviand Fünf junge Frauen wollen die silberne Moselkrone ergattern, aber nur eine von ihnen wird es schaffen. Ein Quintett wetteifert am heutigen Freitagabend in der Trierer Europahalle um den Titel der Moselweinkönigin. Bevor die Nachfolgerin von Lisa Schmitt aus Leiwen feststeht, müssen sich die Kandidatinnen den Fragen einer Jury stellen (siehe Info). Das Zeug dazu, neue Repräsentantin des Weinanbaugebiets Mosel zu werden, hat sicherlich jede Bewerberin. Denn alle sind mit der Moselregion verwurzelt und waren - oder sind es noch - Weinköniginnen in ihren Heimatorten.
Eine Bewerberin aus der Region Trier ist Marie Jakobyaus Maring-Noviand. Die 21-jährige Winzertochter ist Weintechnologin im Weingut Dr. Loosen in Bernkastel-Kues. Marie war drei Jahre Ortsweinkönigin. Wenn es heute bei der Wahl der Moselweinkönigin nicht klappen sollte, wäre das für sie kein Beinbruch: "Dem Weinbau werde ich so oder so ewig treu bleiben." Neben dem Wein gilt ihre große Leidenschaft der Musik. Im heimischen Musikverein spielt sie Trompete - zusammen mit ihrem Vater.
Mit Kathrin Hegneraus Waldrach bewirbt sich nach vielen Jahren mal wieder eine Repräsentantin der Ruwer um die Moselkrone. Ein Bekannter aus dem Heimatort habe dauernd nachgefragt, ob sie nicht Lust hätte zu kandidieren, erzählt die 23-Jährige. "Irgendwann habe ich mir dann gedacht, Du hast nichts zu verlieren. Ich sehe uns alle Fünf als Gewinnerinnen, alle waren so mutig, mitzumachen." Kathrin Hegner ist Ruwerweinkönigin und arbeitet im Brüderkrankenhaus Trier als Gesundheits- und Krankenpflegerin. Ihre Hobbys sind Sport und Nähen. Den Bezug zum Weinbau hat sie quasi in die Wiege gelegt bekommen: Die Großeltern besaßen das Kelterhaus der Maximiner Herren in Waldrach, die Eltern haben es umgebaut.
Alina Scholtesaus Trittenheim wollte immer schon "die Leidenschaft für den Wein zum Beruf machen". Nach Abschluss des Bachelor-Studiums in Geisenheim hat die 24-jährige ehemalige Weinkönigin von Trittenheim und der Römischen Weinstraße im April das Masterstudium in Weinwirtschaft an der Uni Gießen aufgenommen. Ehrenamtlich engagiert sich Alina in der Feuerwehr, dem Karnevalsverein und in Winzervereinen ihres Heimatorts. Obwohl sie viel über den Wein weiß, bereitet sie sich auf heute vor: "Daten und Fakten zum Anbaugebiet schaue ich mir schon noch an, im Sprechen und Auftreten habe ich durch meine bisherigen Ämter schon viel dazugelernt."
Das Feld der fünf Kandidatinnen komplettieren Hanna Gietzen (19) aus Alf (Verbandsgemeinde Zell) und Sarah Helm (26) aus Moselkern (Verbandsgemeinde Cochem).
Aktuelles zur Krönung steht heute Abend online unter www.volksfreund.deExtra: FACHWISSEN UND AUFTRETEN SIND ENTSCHEIDEND


Heute Abend fällt in der Europahalle Trier die Entscheidung, wer Moselweinkönigin wird. Die fünf Kandidatinnen stellen sich einer Jury aus Wein- und Tourismusfachleuten sowie Medienvertretern. Auch die amtierende Deutsche Weinkönigin Lena Endesfelder aus Mehring gehört der Jury an. Abgefragt wird Wissen über das Weinanbaugebiet Mosel sowie die Weinerzeugung und -vermarktung. Aber auch das Auftreten vor Publikum wird bewertet. Wie ist die Rhetorik, wie schlagfertig sind die jungen Frauen?