Wer wird Dellwos Nachfolger?

Am Sonntag, 21. April, wählen die Bürger der Verbandsgemeinde Thalfang einen neuen Bürgermeister. Amtsinhaber Hans-Dieter Dellwo hatte im Juli 2012 seinen Rücktritt erklärt. Zur Wahl treten der Verwaltungsfachmann Michael Suska und der Jurist Marc Hüllenkremer an. Der TV veranstaltet am Mittwoch, 17. April, 19.30 Uhr, mit beiden ein Kandidatenforum.

Thalfang. In zwei Jahren wäre die dritte Amtszeit von Hans-Dieter Dellwo abgelaufen. Doch aus gesundheitlichen Gründen entschied sich der heute 65-Jährige Anfang Juli 2012 für den Rücktritt. Seit dem 1. März 2013 ist Dellwo offiziell im Ruhestand. Keiner seiner Vorgänger war länger im Amt. 23 Jahre führte er als Verwaltungschef die kleinste Verbandsgemeinde (VG) im Kreis Bernkastel-Wittlich (siehe Extra).
Wer wird sein Nachfolger? Am kommenden Sonntag, kurz nach 19 Uhr, dürfte das Ergebnis feststehen. Dann sind voraussichtlich die Stimmen aus den 24 Wahlbezirken ausgezählt. In jedem Ort ist ein Wahllokal eingerichtet, in Thalfang zwei; zusätzlich eines im Ortsteil Bäsch sowie im Marlborner Ortsteil Thiergarten. In der VG Thalfang gibt es zurzeit 6116 wahlberechtigte Bürger.
Zwei Kandidaten, beide parteilos, bewerben sich um das Amt. Michael Suska (56) aus Dhronecken und Marc Hüllenkremer (33) aus Heidenburg.
Suska ist in der VG Thalfang ein bekannter Mann. Seit 33 Jahren ist er in leitender Funktion bei der VG-Verwaltung tätig. Er war unter anderem 22 Jahre lang Leiter der Finanzabteilung. Seit 2002 ist er Büroleiter des Bürgermeisters und Fachbereichsleiter "Organisation und Finanzen". Suska ist in Dhronecken geboren und aufgewachsen und wohnt mit seiner Ehefrau auch in dem Ort. Das Paar ist kinderlos.
Marc Hüllenkremer ist bei den Bürgern der VG Thalfang weitestgehend unbekannt. Der parteilose Rechtsanwalt hat sich bisher an der Kommunalpolitik nicht aktiv beteiligt. Aufgewachsen ist der 33-Jährige im hessischen Hanau, war aber regelmäßig bei seinen Großeltern auf dem Heidenburger Hof, wo er seit mehreren Jahren mit seiner Lebensgefährtin Nicole Kiefer, dem gemeinsamen Sohn Arndt Peter Heinrich und Nicole Kiefers Sohn Noah lebt. In Frankfurt studierte er Jura und war in Hanau in einer Rechtsanwaltskanzlei tätig. In Horath führt Hüllenkremer seit über einem Jahr eine eigene Kanzlei.
Damit sich die Bürger selbst ein Bild von den Kandidaten Michael Suska und Marc Hüllenkremer machen können, veranstaltet der TV ein Forum. Am Mittwoch, 17. April, befragen die TV-Redakteure Winfried Simon und Marion Maier die beiden um 19.30 Uhr in der Thalfanger Festhalle.Extra

Die Chefs der VG Thalfang: 7. November 1970 bis 31. März 1986: Walter Freis. Freis war seit dem 1. April 1966 Bürgermeister des Amtes Thalfang. 1. April 1986 bis 14. März 1989: Albert Schmidt. 23. Juni 1989 bis 1. März 2013: Hans-Dieter Dellwo. redExtra

Die Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf besteht in ihrer jetzigen Form seit dem 7. November 1970. Sie hatte damals 7779 Einwohner in den 21 Ortsgemeinden. Das Amt Thalfang entstand bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus der Gebietseinteilung der früheren "Mark Thalfang". Diese bestand aus den Gemeinden Thalfang, Bäsch, Burtscheid, Deuselbach, Dhronecken, Etgert, Gielert, Hilscheid, Immert, Lückenburg, Rorodt und Talling. In diesen zwölf Gemeinden lebten 1790 etwa 2400 Einwohner. Bis zum Einzug der Truppen Kaiser Napoleons im Jahre 1794 waren die Wild- und Rheingrafen mit wenigen Unterbrechungen Eigentümer der "Mark Thalfang", mit Sitz auf Schloss Dhronecken, im gleichnamigen Ort. Danach wurden die Gemeinden zwei Bürgermeistereien zugeteilt - Thalfang und Talling. Außerdem wurden sie um die vier Gemeinden Malborn, Berglicht, Neunkirchen und Schönberg ergänzt. Die Bürgermeisterei Talling wurde im Jahre 1856 in die Bürgermeisterei Thalfang eingegliedert. Die daraus entstandene Einheit aus 16 Gemeinden bestand bis 1969 ohne Änderungen. Die Gebiets- und Verwaltungsreformen führten bis November 1970 zur heutigen Zusammensetzung, da die Gemeinden Breit, Büdlich, Heidenburg, Horath, Gräfendhron und Merschbach der Verbandsgemeinde zugeordnet wurden und die Gemeinde Bäsch nach Thalfang eingegliedert wurde. red