Werkeln an der Zukunft des Ortes: Die Bürger sind die Experten

Werkeln an der Zukunft des Ortes: Die Bürger sind die Experten

Piesport ist seit einigen Tagen als Schwerpunktgemeinde anerkannt. Projekte der Dorferneuerung werden vorrangig gefördert. Viele Bürger sind bereit, in Arbeitskreisen an der Zukunft des Ortes zu werkeln.

Piesport. (cb) Die "Goldtröpfchen"-Metropole Piesport zählt knapp 1950 Einwohner. 100 von ihnen kamen am Dienstagabend zur Auftakt-Veranstaltung "Dorfmoderation". "So viel Resonanz hatte ich in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet", zeigte sich Ortsbürgermeister Karl Heinz Knodt sehr angetan. Vergangene Woche hatte der rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch den Weinort und weitere 23 Gemeinden als Schwerpunktgemeinde anerkannt. In diesen Kommunen werden in den kommenden Jahren Projekte der Dorferneuerung vorrangig gefördert.

Wo die Schwerpunkte in Piesport liegen, sollen die Bürger bestimmen. Unter der Regie des Büros "Stadt-Land-plus (Städtebau und Umweltplanung) werden sie sich in Arbeitskreisen Gedanken über ihren Ort machen. In einer dieser Gruppen werden nur Kinder und Jugendliche vertreten sein. Im August ist eine Abschluss-Veranstaltung geplant, deren Ergebnis dann eine Prioritätenliste sein soll.

Aufgabe der Bürger war es am Dienstag erst einmal, Stärken und Schwächen der Gemeinde auf Kärtchen zu dokumentieren. Interessant dabei: Manche Aspekte (Vereinsleben, Ortsbild) tauchen bei den Stärken und bei den Schwächen auf. Gelobt werden die Infrastruktur (Versorgung vor Ort), die Landschaft und die Weinkultur. Wichtige Kritikpunkte: die Leerstände (verfallende Gebäude), das Angebot für Kinder, Jugendliche und Senioren, die Gastronomie (Quantität und Qualität) sowie der Zustand der durch den Ortsteil Niederemmel führenden B 53.

Diplom-Ingenieur Friedrich Hachenberg und sein Kollege Thomas Zellmer (Diplom-Geograf) haben bereits Eindrücke gesammelt und alleine 250 das Ortsbild prägende Gebäude ausgemacht. Die beiden wollen in den Sitzungen der Arbeitskreise aber erst mehr zuhören als Ratschläge erteilen. "Wir stellen uns dumm. Sie sind die Experten", sagte Zellmer. 30 Bürger erklärten sich bereit, in den Arbeitskreisen mitzuwirken. Kinder und Jugendliche werden noch gesondert angesprochen. Bei den Bürgern kommt die Vorgehensweise gut an. "Es ist gut, die Bürger einzubeziehen", sagte Herbert Kirsten gegenüber dem TV. Sein Wunsch: Leerstände beseitigen und alte Häuser renovieren.