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Wetterumschwung spielt den Piesporter Winzern in die Karten

Lagenweinprobe : Wetterumschwung spielt den Piesporter Winzern in die Karten

Die zweite Auflage der Lagenweinprobe im „Goldtröpfchen“ geht  bei idealen Temperaturen über eine große natürliche Bühne. Und es kommen mehr Besucher als zur Premiere.

Die Piesporter Winzer haben offenbar einen guten Kontakt zum Wettergott. 2018, bei der Premiere der Lagenweinprobe zum 150. Geburtstag des Piesporter Goldtröpfchens, war es am Vortag noch unerträglich heiß. Am Veranstaltungstag legte die Sonne dann eine Pause ein. Die Besucher spazierten bei angenehmen Temperaturen zu den zehn Weinständen, die auf mehrere hundert Meter an einem Wingertsweg verteilt standen.

Und bei der von vielen Seiten gewünschten Wiederholung? Same procedure as last year. Noch am Freitag knallte die Sonne vom Himmel. Auf dem Asphalt in den Weinbergen dürften es an die 60 Grad gewesen sein. Doch am Samstag bleiben die goldenen Strahlen der Sonne hinter Wolken versteckt. Sie will dem Goldtröpfchen nicht die Schau und die Besucher stehlen. „Das ist heute ideales Trinkwetter“, ist von vielen Besuchern bei angenehmen 25 Grad zu hören.

Passend zum Jubiläum warteten 2018 150 Rieslinge auf etwa 600 Premierengäste. Für die Neuauflage haben sich die organisierenden Winzer auf mindestens 100 geeinigt. Genau 109 sind es dann, im Durchschnitt also elf pro Stand. Vom trockenen Einstandswein bis zur edelsüßen und gereiften Beerenauslese. Viele Winzer von Rang und Namen, die im 66 Hektar umfassenden Goldtröpfchen Weinberge besitzen oder gepachtet haben, sind vertreten ­auch aus den Nachbarorten. Etwa auf der Hälfte der Strecke bieten Betriebe aus dem Ort kleine kulinarische Köstlichkeiten zum Wein an. Auch für musikalische Unterhaltung ist gesorgt.

„Wir haben vergangenes Jahr viel Lob bekommen ­auch von Winzern aus Nachbarorten. Und viele Einheimische, die damals im Urlaub waren, haben gesagt, dass sie bei einer Wiederholung kämen“, sagt Mario Schwang vom Organisationsteam. Und so werden, so Mario Schwang am Sonntagmorgen, in diesem Jahr auch etwa 650 Gäste gezählt.

Edwin Kohl aus Neumagen-Dhron war 2018 nicht vor Ort. Über mehrere hundert Meter von Weinstand zu Weinstand zu laufen sei etwas Außergewöhnliches, sagt er. „Landschaft, Gespräche, Weinberge, Top-Weine.“ Das sind für ihn die Erfolgsgaranten. „Dazu viele junge Leute, die Zukunft der Weintrinker“, ergänzt er.

Die Piesporter Weinkönigin Kristina I., auch schon im Vorjahr bei der Premiere im Amt, spaziert mit fast einem Dutzend Majestäten aus anderen Moselorten von Stand zu Stand. „Ich bin absolut begeistert von der Kulisse. Sie ist wie in einem Amphitheater“, sagt sie. Sie und ihre Kolleginnen werden von vielen auswärtigen Besuchern angesprochen. „Sie sind überwältigt von der Landschaft“, berichtet sie.

Die Landschaft ist vorhanden, für die Logistik müssen die Organisatoren einiges tun. Nicht nur im Weinberg, sondern auch am Ausoniusufer, wo am Abend auch noch eine Weinparty über die Bühne geht, die mehr Besucher anzieht als im Vorjahr. „Die haben ein gutes Team hier“, lobt der Brauneberger Winzer Marcus Haag, der im Goldtröpfchen eine Fläche gepachtet hat.

Mario Schwang freut sich besonders über das Lob eines 86 Jahre alten Winzers. „Der hat gesagt, dass sei eine Superveranstaltung, die wir unbedingt fortführen müssen.“ Und das haben die Organisatoren auch vor.