Wichtig ist, dass du lebst

Hohe Einschaltquoten für die Olympischen Spiele. Für viele ist es spannend zu verfolgen, wer der Schnellste, Stärkste und Beste ist. Um so mehr, wenn man sich mit Akteuren identifizieren kann: "Unsere haben (fast) gewonnen!

" Die Sportler, die nicht gewinnen, können einem Leid tun. Medaillen bekommt nur, wer Erster, Zweiter oder Dritter geworden ist. Die anderen sind schnell vergessen. Der Leitspruch: "Dabei sein ist alles", gaukelt etwas vor und galt weder in der Antike noch heute. Da finde ich es bei den Marathonläufen in vielen Städten Deutschlands besser. Ich weiß von einem, der belegte in Hamburg Platz 10 397 und erhielt dafür eine Urkunde. Die Veranstalter meinten: Jeder, der da ankommt, habe gewonnen. 20 000 Medaillen gab es. Ob sich da im Denken etwas verändert hat? Wichtig ist, dass du dich auf den Weg gemacht hast, dass du durchgehalten hast, dass du die Widerstände in dir, die Angst, die Trägheit überwunden hast, dass du dein Leben darauf ausgerichtet hast. Der Apostel Paulus greift gelegentlich Bilder der Sportwettkämpfe seiner Zeit auf. Auch Jesus verwendet so ein Bild (Markus 10,28-31). Er sagt, wenn es um das lebensentscheidende Ziel geht, um das Reich Gottes, dann wirst du natürlich wenn du auf dieses Ziel aus bist, hier etwas weniger haben und dort nicht dabei sein, und da nicht im Vordergrund stehen. Aber du hast dafür hier schon Schwestern und Brüder, Freunde, Häuser und Kinder. Selbst wenn es dir nicht gut geht. Dort aber hast du das ewige Leben. Es lohnt sich nicht zu drängeln und als Erster da sein zu wollen. Wichtig ist, dass du lebst und die anderen leben und gerettet werden. Lebe bewusst als Christ auf dieses Ziel hin mit den anderen an deiner Seite. Und freue dich über deine Gaben, auch wenn sie nicht für Platz eins reichen. Gott meint, du kannst mit ihnen den anderen neben dir ein Segen sein. Jesus sorgt dafür, dass ihr gemeinsam siegt, denn alle, die an ihn glauben, werden nicht verlieren (Johannes 3,16). Ulrich Katzenberger, Wittlich

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