Wider die Raser und wider den Schlamm

Schnell soll etwas passieren, um in Zukunft eine Verschlammung von Teilen Neuerburgs bei Unwetter zu verhindern. Dies war Konsens bei der Anliegerversammlung im Stadtteil Neuerburg. Weiteres Thema war die Verkehrsberuhigung der Bundesstraße 49.

Diese provisorische Verkehrsberuhigung soll einer dauerhaften weichen: Die Neuerburger Ortsdurchfahrt am Ausgang Richtung Bausendorf. TV-Foto: Marion Maier

Wittlich-Neuerburg. Die Verschlammung einzelner Straßen nach Unwettern in der jüngsten Vergangenheit und die damit einhergehenden Überschwemmungen bewegten die Gemüter der rund 40 Anwesenden bei der Neuerburger Anliegerversammlung. "Ich kann bei Gewitter nicht mehr schlafen", sagte ein Bürger. Im Laufe der Diskussion redeten auch schon mal alle durcheinander.Betroffen sind die Birken-, Linden- und die Tannenstraße. Ortsvorsteher Reinhold Westhöfer betonte, dass das Thema keinen Aufschub dulde. Deshalb sei die Anliegerversammlung auch trotz der Ferien anberaumt worden. Westhöfer machte sich zusammen mit den Anliegern auf Ursachensuche und stellte fest: "Die Regenmassen waren früher nicht so groß, aber das kann nicht die einzige Ursache sein."Als einen Punkt, der die Lage zumindest verschärfe, nannte er den Tabakanbau und übergab das Wort an den Tabakbauern Carlo Bauer. Der sah sich mit den Anwohnern in einem Boot und sagte: "Ein Landwirt will auch nicht, dass sein Boden weggeschwemmt wird."Er habe auch mitgeholfen, die Straßen sauberzumachen. Er kündigte an, voraussichtlich keinen Tabak mehr am Nikolaushäuschen anzubauen. Bei Reinkulturen ohne weiteres Grün würde der sandige Boden leichter weggeschwemmt, hieß es.Im Laufe der Diskussion kristallisierte sich heraus, dass die Kanäle in den betroffenen Straßen zu eng sein könnten und zu selten oder gar nicht gereinigt würden. André Engel von der Stadtverwaltung nahm die Aufträge mit, dies zu überprüfen und bei Bedarf zu ändern.Weiteres Thema der Anliegerversammlung war die Verkehrsberuhigung der Bundesstraße 49 am Ortsausgang Richtung Bausendorf. Ingenieur Udo Reihsner stellte die Planung vor. Demnach wird die Straße ab der Einmündung Lärchenweg um einen Meter auf 6,50 Meter verschmälert. Die Fahrbahn wird so nah wie möglich an die von Bausendorf aus gesehene auf der rechten Seite stehende Mauer rangeführt, was eine stärkere Verschwenkung ermögliche. Die Autofahrer müssen dann drei Verschwenkungen durchfahren. Auf der linken Seite werden mehrere Grün- und Parkflächen angelegt.Reihsner bezeichnet die Planung als gute Lösung. "So ist nie eine gerade Fahrbahn zu sehen." Den ursprünglich gewünschten Fahrbahnteiler habe der Landesbetrieb Mobilität (LBM) als zu aufwendig abgelehnt. Westhöfer kündigte an, die Arbeiten an der B 49 würden im Herbst beginnen.Im städtischen Haushalt stehen 30 000 Euro für Planung und Begrünung bereit. Die noch nicht bezifferten Straßenbaukosten übernimmt der Bund.