Widerstände gegen Edelsteinkreis

Soll der Kreis Birkenfeld umbenannt werden? Helmut Billert, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, wird nicht müde, für seinen Vorschlag zu werben: Edelsteinkreis Birkenfeld.

Einen Edelsteinkreisel gibt es schon in Idar. Der Edelsteinkreis aber wird vorerst nicht verwirklicht. Foto: TV-Archiv/Hosser

Kreis Birkenfeld. Für den Vorschlag von Helmut Billert, den Kreis Birkenfeld in Edelsteinkreis Birkenfeld umzubenennen, gibt es offenbar nicht die auch von ihm als notwendig gesehene breite Mehrheit. "Eine solche Diskussion ist unproduktiv, weil sie den Kreis spalten würde", betont Landrat Axel Redmer. Billert räumt ein, dass es auch in der von ihm geführten CDU-Kreistagsfraktion Widerstände und Vorbehalte gibt. Kritische Stimmen kämen vor allem aus dem Raum Birkenfeld, "wegen der Ängste, dass Idar-Oberstein dann auch Kreisstadt werden will. Aber das will ja keiner", versichert der frühere CDU-Kreisvorsitzende, der "Edelsteinkreis" seit Monaten immer wieder ins Gespräch bringt. "Man kann so etwas nicht erzwingen, aber ich werde weiter dafür werben", kündigt er an. Denn mit den Edelsteinen habe die Region ein "herausragendes, weltweit bekanntes Alleinstellungsmerkmal, mit dem jeder - anders als mit dem Namen Birkenfeld - etwas anfangen kann". Einen gewissen Charme könne man dem "Edelsteinkreis" nicht absprechen, hatte der SPD-Kreisvorsitzende Hans Jürgen Noss jüngst bekundet. Doch einige Teilregionen des Kreises könnten sich damit einfach nicht identifizieren. Anders als beispielsweise im Kreis Südliche Weinstraße, "wo alle hinter dem Namen stehen. Dann ist das eine tolle Sache". Im Kreis Birkenfeld aber "wehrt sich ein nicht unerheblicher Teil" gegen den Edelsteinnamen, nennt Landrat Axel Redmer den auch für ihn entscheidenden Aspekt. Damit sieht er diesen Vorstoß als nicht machbar und somit erledigt an.Birkenfeld soll Kreissitz bleiben

Stattdessen plädiert er dafür, gemeinsam ein Leitbild für den Kreis zu entwickeln. Einer der Schwerpunkte könnte dabei nach seinen Vorstellungen die Fortführung des vom früheren Landrat Dr. Ernst Theilen begonnenen Kulturerbekonzepts sein: "Das nutzen, was an vorzeigbarer Substanz schon da ist", lautet dabei der Ansatz. "Ohne Birkenfeld herabsetzen zu wollen: Aber es gibt mehrere Städte mit diesem Namen", hält der FDP-Fraktionsvorsitzende Thomas Wild den Billert-Vorschlag grundsätzlich für sinnvoll, "weil wir damit unsere Bekanntheit steigern würden". Konsequent und notwendig wäre es dann aber, so betont er, den Namen in "Edelsteinkreis Idar-Oberstein" zu ändern. Am Status von Birkenfeld als Kreissitz will aber auch er nicht rütteln. Wild gibt allerdings mit Blick auf die Verwaltungs- und Gebietsreform zu bedenken, dass der Zeitpunkt für eine solche Diskussion eher ungünstig ist: "Wir müssen erst wissen, was dabei überhaupt aus dem Kreis Birkenfeld wird."