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Wie die Gallier: Mit Musik und Zaubertrank

Wie die Gallier: Mit Musik und Zaubertrank

Seit 26 Jahren steht die Thalfanger Rocknacht für das Miteinander von Rockmusik und ländlicher Tradition. So möchte die Coverband Gooseflesh am Samstag, 26. November, auch mit den Klassikern der 1980er und -90er Jahre das Stimmungs-Thermometer in der Festhalle in die Höhe treiben. Organisator Peter Vochtel verrät, warum auch der 26. Geburtstag etwas ganz Besonderes ist.

Thalfang. Während die meisten ihre runden Geburtstage ausgiebig feiern, fällt dazwischen auch mal einer kleiner aus. Für Peter Vochtel (26) ist nach dem großen 25-jährigen Bestehen der Thalfanger Rocknacht 2015 auch die 26. Feier etwas ganz Besonderes. "Jedes weitere Jahr ist großartig, denn es gibt nicht mehr viele Veranstaltungen dieser Art, die sich halten", sagt er als jemand, der sich bewusst ist, dass es jederzeit die letzte Rocknacht sein könnte. Vochtel organisiert die Veranstaltung zum vierten Mal in Folge, machte als 18-Jähriger die ersten Thekendienste und war auch schon als Gast vorher bei jeder Gelegenheit dabei - er ist also nicht nur genauso alt wie die Rocknacht, sondern mit ihr groß geworden, jetzt sogar Vorstandsmitglied beim Ausrichter Sportfreunde Hochwald Thalfang.Funk, Pop und Dance


Fragt man nach dem Erfolgsrezept für die lange Historie, folgt zunächst Ernüchterung: "Die Besucherzahlen der vergangenen Jahre sind rückläufig", sagt Vochtel. 2008 oder 2009 seien es noch 1000 Gäste gewesen, zuletzt nur noch 500. "Das Interesse an Dorfveranstaltungen ist stark zurückgegangen. Die Leute gehen mittlerweile lieber in die Stadt zum Feiern." Dieses Schicksal trifft nicht nur die Rocknacht, auch der Geisfelder "Geisrock" findet nicht mehr statt, ebenso wie das "Festi-WIL", bei dem 2015 13 Bands unter der Wittlicher Autobahnbrücke spielten.Mit umso mehr Herzblut stemmen sich die Sportfreunde Hochwald Thalfang mit ihrer Rocknacht gegen diese Entwicklung. Wie das letzte gallische Dorf gegen die Römer - nur eben gegen Landflucht bei Veranstaltungen und dem Nachtleben. "Wir machen diese Veranstaltung für die Region." Dafür haben sich Vochtel und seine Kollegen zahlreiche Coverbands live angeschaut, "Qualitätssicherung im Vorfeld - Gooseflesh hat uns einfach am besten gefallen."
Jochen Thiele, Sänger und Gitarrist der Band Gooseflesh ist bereits gespannt: "Es ist etwas Besonderes. Wir sind zum ersten Mal da und freuen uns sehr über das Vertrauen des Veranstalters." Gerade beim AC/DC-Medley und mit Klassikern der 1980er und -90er Jahre verspricht Thiele sich beste Stimmung in der Festhalle. Im Programm haben Gooseflesh außerdem Funk, Pop und Dance, denn: "Unabhängig vom Motto der Veranstaltung möchten wir dem Publikum die ganze Bandbreite unseres Programms zeigen."
Eine perfekte Show, wie Gooselfesh sie verspricht, bedeutet viel Aufwand, sowohl Wochen vorher durch Proben und Organisation, als auch am Tag selbst: Während der Soundcheck am Veranstaltungsort vielleicht erst um 17 Uhr beginnt, gilt es zu Hause schon, sich vorzubereiten, Gitarrensaiten zu wechseln, eine Strecke zu planen, sich wie Thiele schon mal warm zu singen. "Jeder hat da seine eigene Routine", sagt der Frontmann.Striktere Auflagen


Auch nach dem Auftritt ist nicht direkt Schluss. Manch einer komme erst um fünf Uhr ins Bett, auch wenn der Gig um zwei Uhr vorbei ist.
Nicht nur das mangelnde Interesse der Menschen an Dorffesten, sondern auch andere Faktoren machten es schwerer als vor 26 Jahren für die Rocknacht-Veranstalter. Es gebe laut Vochtel weniger Bands auf dem Markt, die bekannt sind, und Publikum ziehen. Die wenigen Bekannten seien teuer. So seien Bands wie Jack of all Trades, deren Mitglieder man heute als Polarkreis 18 kennt, früher extra aus Hamburg gekommen.
Auch Auflagen wie Sicherheitsbestimmungen seien strikter geworden. "Vor 26 Jahren brauchten wir noch keine Securities", denkt Vochtel an eine Zeit, in der er selbst die Milchflasche dem Stubbi vorzog.
Bier fließe übrigens "sehr viel, aber trotzdem nicht genug", scherzt er über die heitere Veranstaltung und bleibt zuversichtlich. Rockmusik und das Hopfengetränk als Zaubertrank sollen es also richten.
Die Einnahmen der Veranstaltung gehen übrigens ins Budget des Sportvereins und werden laut Vochtel bedarfsgerecht verteilt wie etwa für das Kinderturnen.
Die Thalfanger Rocknacht mit Gooseflesh steigt am Samstag, 26. November, ab 21.30 Uhr in der Festhalle. Einlass ist um 20.30 Uhr. Karten kosten acht Euro, Tickets gibt es nur an der Abendkasse.