Wie geht es mit dem Mausoleum weiter?

Denkmalschutz : Verfallene Grabstätte auf dem Traben-Trarbacher Friedhof: Wer rettet das Mausoleum?

Nach der TV-Berichterstattung über die verfallene Grabstätte auf dem Traben-Trarbacher Friedhof hat sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gemeldet.

Die Eisentreppe, die zur Gruft des Mausoleums auf dem evangelischen Friedhof in Traben-Trarbach führt, ist umgestürzt. Stachelige Brombeerbüsche überwuchern den kleinen Vorplatz am Hang des Friedhofs. Eine Kiste mit leer getrunkenen Bierflaschen steht im Eingang. Die verrostete Tür ist offen. Offenbar haben hier Leute mal eine Party gefeiert.

Das mehr als 100 Jahre alte Mausoleum ist derzeit dem Verfall preisgegeben. Als sich niemand fand, das Erbe der Grabstätte zu übernehmen, wurde es als „herrenlos“ im Grundbuch eingetragen. Das Gebäude hat aufwendige Ornamente und Reliefs und prägt das Erscheinungsbild des Friedhofes. Aber es ist in die Jahre gekommen. Aus Rissen im Mauer­werk wachsen erste Pflanzen. Die Bürgerinitiative „Leben in Trarbach“ machte im Mai darauf aufmerksam, dass dieses Gebäude wegen seines historischen Wertes erhalten werden sollte. Jürgen Kullmann von der BI findet: „Das ist eine Landmarke, es müsste dringend renoviert werden.“ Pfarrer Jörg Walter Henrichs könnte sich eine Nutzung als Trauer-Kapelle vorstellen (TV vom 14. Mai).

Nach der Berichterstattung in unserer Zeitung wurde die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Bonn auf das Thema aufmerksam. Eckart Wegner von der Stiftung in Bonn erklärt, wie das Gebäude gerettet werden könnte: „Wir als Stiftung fördern auf Antrag, wenn jemand ein Objekt sanieren will und das Geld nicht ausreicht. Der Antrag muss im August für das Folgejahr gestellt werden. Dann ermittelt ein Architekt, was zu tun ist und welche Kosten anfallen. Im Idealfall kommt dann eine Mischfinanzierung mit Stiftungsmittel und Zuschüssen des Landes und des Bundes zusammen.“ Dem vorangeschaltet ist ein Ortstermin und die Prüfung durch die wissenschaftliche Kommission der Stiftung. Diese beschließt letztendlich, ob und in welchem Umfang gefördert werden könnte. Aber vor all diesen Schritten muss etwas entscheidendes geklärt werden: Wer ist der Eigentümer?

„Das muss zuerst geklärt werden. Wenn sich jemand als Eigner findet, dann besteht die Möglichkeit, dass wir zusteigen und die Restaurierung fördern,“ sagt Wegner. Das grundsätzliche Interesse an dem Bau sei durchaus vorhanden. So könnte sich zum Beispiel ein Förderverein gründen.

Was ist nun eigentlich ein „herrenloses“ Grundstück? Manuel Follmann von der Kreisverwaltung in Wittlich erläutert, dass das Eigentum an einem Grundstück dadurch aufgegeben werden kann, dass der Eigentümer den Verzicht gegenüber dem Grundbuchamt erklärt. Dieser Verzicht wird in das Grundbuch eingetragen und der bisherige Eigentümer durch Streichung gelöscht. Damit wird das Grundstück herrenlos.

Nun habe der Fiskus des Bundeslandes, in dessen Gebiet das Grundstück liegt, das Recht, sich das Grundstück anzueignen.

Das bedeutet aber noch nicht, dass das Land auch der Eigentümer ist: Follmann: „Das Land erwirbt durch den Eigentumsverzicht des bisherigen Eigentümers kein Eigentum an dem herrenlosen Grundstück. Vielmehr hat das Land lediglich das Recht, sich das herrenlose Grundstück anzueignen. Hiervon macht es grundsätzlich keinen Gebrauch, so dass in der Regel die Grundstücke herrenlos bleiben.“ Das Aneignungsrecht könne wiederum gegen Entgelt zum Verkehrswert an Interessenten übertragen werden.

Das Mausoleum auf dem evangelischen Friedhof verfällt immer mehr. Foto: TV/Hans-Peter Linz
Das Mausoleum auf dem evangelischen Friedhof in Traben-Trarbach muss restauriert werden. Die Gruft ist nur mit einer Leiter zu erreichen. Fotos (3): Hans-Peter Linz. Foto: TV/Hans-Peter Linz

Jürgen Kullmann von der BI erklärt gegenüber dem TV, dass man sich beim nächsten Treffen der Bürgerinitiative nochmals mit dem Thema befassen möchte.

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