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Wie große Pianisten in der Philharmonie

Wie große Pianisten in der Philharmonie

Junge Musiktalente aus Luxemburg haben als "Maacher in Machern" eine sechsteilige Konzertreihe glanzvoll ausklingen lassen. Musikschüler und ihre Lehrer gastieren in der Heimatstadt des Mosel Musikfestivals, das sie später vielleicht selbst bereichern werden.

Bernkastel-Kues/Wehlen. Mit gesenkten Lidern verbeugen sie sich vor ihrem Publikum, dessen Applaus sie kaum aus der Reserve lockt. Denn die in Luxemburg unterrichteten jungen Nachwuchstalente überzeugen ebenso mit Können wie mit Bescheidenheit. Dabei befinden sich unter den vorwiegend Acht- bis Zwölfjährigen mehrere Hochbegabte. "Wenn man die Augen schließt, könnte man meinen, man ist in der Philharmonie mit einem großen Pianisten vor sich", spricht Guy Thill vielen Besuchern aus dem Herzen.
Unfassbar, was selbst kleine Hände der Jüngeren dem Steinway-Flügel im Barocksaal von Kloster Machern entlocken. Pianistin Ma Jessie benötigte zwar einen Fußschemel, weil Flügel und Sitz nun einmal nur bedingt höhenverstellbar sind. Doch umso beeindruckender war, wie spielerisch leicht ihre flinken Hände die Tasten beherrschten. Im Verlauf des ungewöhnlichen Konzertes ließen etliche Talente ihre Zuhörer staunen. Klaviermusikfreunde dürfen daher gespannt sein, ob sie auch künftig von Zala Kravos, Laetitia Shi, Jakob Udelhoven und Val Kravos oder von Sara-Leila Cimic und Adji Eveline Oosterhaven hören werden.
Der Auftritt in Machern, wo 27 Musiker teils nur kurze, aber anspruchsvolle Stücke spielten, ist Pianistin Anne-Rose Terebesi zu danken. Wie berichtet initiierte sie "Musicadelux", eine Konzertreihe talentierter Schüler und ihrer Lehrer in Bernkastel-Kues. Terebesi, die für die Stadt Grevenmacher Klavier unterrichtet, stammt von dort, sodass eine Kooperation mit dem Mosel Musikfestival nahe lag. Intendant Hermann Lewen unterstützt die Reihe, die Talente in die Stadt bringt. Das Abschlusskonzert bestritten Schüler von Terebesi und Professor Gary Muller, Gründer einer "Pianokids"-Klasse.
Lobenswerte Disziplin


Besucherinnen aus Bernkastel-Kues begrüßten die Kooperation. Die Kinder, die in Luxemburg schon sehr früh gefördert würden, spielten fantastisch, schwärmte eine 73-jährige Klavierliebhaberin, die ungenannt bleiben wollte. Beeindruckend sei aber auch die Disziplin der kleinen Künstler. Wenn sie sich mal verspielen, bringe sie das nicht aus dem Konzept, sondern sie fingen wieder von vorne an, was ja viel Mut erfordere und bewundernswert sei. urs