Wie Schafe bedrohte Pflanzen retten

Wie Schafe bedrohte Pflanzen retten

Die Schafe und Ziegen von Berthold Neukirch aus Gillenfeld beweiden regelmäßig die Wiesen am Schalkenmehrener Maar. Dank des Einsatzes der Tiere bleibt die besondere Flora im Maarkessel erhalten.

Schalkenmehren/Gillenfeld. Seit 16 Jahren führt Berthold Neukirch seine Herde während des ganzen Jahres in den Maarkessel. "Meist sind etwa 70 Mutterschafe und 13 Ziegen unterwegs", erklärt der 60-jährige Gillenfelder, der von Hund Senta und dann und wann auch von Sohn Florian bei der Hütearbeit im Maarkessel unterstützt wird. Neukirch arbeitet mit dem Biotopbetreuer der Kreisverwaltung, dem Birgeler Gerd Ostermann, zusammen.
Er nennt Gründe für die Beweidung: "Bedrohte Pflanzen verschwinden durch die Beweidung nicht ganz, sondern kommen wieder hervor. Die besondere Flora bleibt erhalten und kommt wieder zum Vorschein." So sind zum Beispiel der wilde Thymian, der blaue Natternkopf, das hellblaue Bergsandglöckchen, der Wiesenbocksbart oder aber auch die einfachen Margeriten zu entdecken. Neukirchs Tiere halten den Bewuchs kurz. Sonst kann es zum Überwachsen und Überwuchern der Kräuter kommen. Ostermann: "Neukirch und ich sind dauernd in Verbindung und treffen die notwendigen Absprachen."
Auch Schalkenmehrens Ortsbürgermeister Hans-Günter Schommers sieht die Beweidung als sehr sinnvoll an, möchte sie nicht missen und sagt: "Die Schafe und Ziegen von Neukirch weiden im Naturschutzgebiet. Hier ist zwar auch normale Landwirtschaft möglich, jedoch teilweise sehr schwierig. Ferner darf in diesem Bereich nur extensiv gedüngt werden." So ist die Beweidung auf einigen Flächen in der Hanglage sinnvoll, um einer weiteren Verbuschung entgegenzuwirken. Hier kommen besonders die Ziegen zum Einsatz.
Der 60-Jährige ist auch für die Beweidung in den Naturschutzgebieten Mürmes und Demera-ther Wacholderheide zuständig - immer in Absprache mit Ostermann. bs

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