Wie sicher ist der Rommelsbach-Parkplatz?

Wie sicher ist der Rommelsbach-Parkplatz?

Erst vor kurzem wurden Autos am Rommelsbach-Parkplatz beschmiert. Auf dem größten gebührenfreien Parkplatz der Stadt Wittlich gab es schon mehrfach Vorfälle. Unter anderem wurde dort eine Frau vergewaltigt. Der TV hat Passanten befragt, die dort parken. Die Opferschutz-Organisation Weißer Ring bestätigt, dass an mehreren Plätzen manche Passanten subjektiv Angst empfinden (siehe Extra).

Wittlich. Immer wieder geschehen Straftaten auf dem Parkplatz am Rommelsbach. Vergangene Woche wurde ein Rentner von einem Unbekannten angesprochen, der ihn um 1200 Euro erleichterte. Der Mann erschlich sich das Vertrauen des Rentners und verkaufte ihm für diesen hohen Betrag eine minderwertige Lederjacke. Wenige Tage zuvor wurden zwei Fahrzeuge mit Sprühdosenlack beschmiert - Sachschaden: Mehrere Tausend Euro. Auch Außenspiegel und Scheibenwischer sind dort mehrfach abgetreten und abgerissen worden.
Ein Blick in die Polizeistatistik: 2012 gab es dort neun Fälle von Sachbeschädigungen an Fahrzeugen, 2013 bislang drei Fälle. 2012 wurden sieben Autos aufgebrochen oder Wertgegenstände aus unverschlossenen Fahrzeugen entwendet, 2013 kam das bislang einmal vor.
Höhepunkt der Kette an Straftaten auf dem 500 Plätze fassenden Parkplatz an der Lieser: Eine Vergewaltigung im vergangenen Jahr. Ein Mann zwang dazu eine Frau mit Gewalt in ihr eigenes Auto.
Obwohl der Rommelsbach-Parkplatz beleuchtet ist und sowohl Behinderten- wie Frauenparkplätze hat, häufen sich die Straftaten in den vergangenen Jahren. Der Trierische Volksfreund hat Autofahrer befragt, die dort parken.

Christian Hahn aus Wittlich vermutet, dass sich langweilende Jugendliche zu den Tätern zählen könnten: "In Wittlich ist es gang und gäbe, dass Autos beschädigt werden, wobei es in Trier noch viel schlimmer ist. Das Problem ist, dass manche Jugendliche ja nichts zu tun haben hier."

Andrea Hoffmann aus Fell hat bereits schlechte Erfahrungen gemacht: "Ich parke einmal im Monat hier auf dem Parkplatz und mein Auto ist mir hier schon einmal beschädigt worden. Nachts würde ich hier jetzt nicht mehr parken."

Ein anderes Bild hat Birgit Brenner aus Bergweiler: "Mir ist hier noch nie was passiert. Ich parke regelmäßig hier, aber nur während der Öffnungszeiten der Geschäfte. Ich wäre froh, wenn die Frauenparkplätze nachts mal frei wären. Manchmal parken da aber auch "männliche" Frauen."

Ruth Schütte aus Großlittgen ist mit dem Parkplatz zufrieden: "Bisher ist meinem Auto hier noch nie was passiert."

Julia Köbler aus Wittlich: "Ich bin zu selten in Wittlich. Habe erst zweimal hier geparkt und da ist nie was passiert. Ich habe aber von der Vergewaltigung gehört."

Andrea Kaufmann aus Neumagen spart Parkgebühren: "Ich parke alle zwei bis vier Wochen hier. Ich kann nichts Negatives zu diesem Parkplatz sagen. Er ist gut, da er umsonst ist."

Zu den Dauerparkern zählt Marcus Lange aus Wittlich, der den Parkplatz als Pendler nutzt: "Ich habe keine Probleme hier, parke hier täglich, da mein Büro in der Nähe ist."

Caroline Schug, Leiterin der Polizeiinspektion Wittlich teilt mit, dass aus kriminalpräventiver Sicht die Gegebenheiten des Parkplatzes nicht zu beanstanden seien. Eine Beleuchtung s sei vorhanden und der Bewuchs sei niedrig, sodass die Parkflächen überwiegend einsehbar sind.
Allerdings liege er etwas abseits der Innenstadt. Gerade in den späten Abend- und Nachtstunden sei dort kaum Betrieb, was mögliche Täter verleiten könne. Caroline Schug rät Menschen, die dort parken: "Bürgerinnen und Bürger sollten grundsätzlich - also nicht nur auf dem Rommelsbach-Parkplatz - keine Wertgegenstände im Wagen zurücklassen und ihr Fahrzeug verschließen, gegebenenfalls nach Betätigung der Funkfernbedienung die Verriegelung überprüfen. Sollten Sie verdächtige Personen beobachten, informieren Sie bitte die Polizei." Einen hundertprozentigen Schutz könne es allerdings leider nicht geben.
Der Parkplatz werde bei den Streifenfahrten re gelmäßig überprüft - am Tag und in der Nacht. An dieser Praxis werde sich auch in Zukunft nichts ändern.Extra

Die Opferschutzorganisation Weißer Ring hatte vor Kurzem einen Infostand in der Schlossgalerie. Mitarbeiter Karl Kopf erzählt, dass dabei 50 Leute zu ihrem Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum in Wittlich befragt worden sind. 24 fühlten sich sicher. 16 Befragte hätten allerdings Angst, nachts nach Hause zu gehen. "Dabei wurden der Rommelsbach-Parkplatz, die Karrstraße und der Fürstenhof genannt," sagt Kopf. So würden sich auch manche Mitglieder eines Kirchenchors nach den Proben am späten Abend mit dem Auto abholen lassen. "Im Gegensatz zu den Städten sind die Dörfer noch von solchem Angstempfinden verschont, das haben einige Passanten bestätigt", resümiert Kopf. hpl

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