Wie Tarzan von Baum zu Baum fliegen

Wie Tarzan von Baum zu Baum fliegen

Der Kletterpark in Traben-Trarbach erhält eine neue Attraktion. Am Freitag, 5. Juli, wird auf der seit sechs Jahren bestehenden Anlage ein sogenannter Canopy-Trail eröffnet. Dabei fliegt man auf Seilrutschen von Baum zu Baum. Park-Betreiber Jürgen Römer hat 125 000 Euro investiert.

Traben-Trarbach. Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Tarzan, der im Dschungel von Affen aufgezogen wird und dabei lernt, sich von Liane zu Liane durchs Dach der Wälder zu schwingen?
So wie der Held in der vor 100 Jahren erschienenen Story von Edgar Rice Burroughs sollen sich Abenteuerlustige fühlen, die sich auf den Canopy-Trail im Kletterpark Traben-Trarbach wagen.
Parkmanager Andreas Scherer erklärt: "Der Canopy-Trail im Kletterpark besteht aus 43 Seilrutschen mit einer Länge von zehn bis 120 Metern. Kurze Leitern und einige Kletterelemente verbinden die Rutschen. Wer auf den Parcours geht - das Mindestalter ist 14 Jahre - wird mit speziellen Sicherheitsgurten und Rollen ausgestattet." Laut Scherer ist es die einzige Canopy-Strecke in Europa.
Die Idee stammt aus Südamerika, wo der Abenteuertourismus boomt. Dort sind diese Freizeiteinrichtungen noch spektakulärer, da zwischen den Urwald-Baumriesen viel größere Höhen überwunden werden. In Traben-Trarbach fliegt man maximal zwölf Meter über der Erde.
Vor sechs Jahren hat der Traben-Trarbacher Unternehmer Jürgen Römer in einem Waldstück auf dem Mont Royal den Kletterpark eröffnet. In den Canopy-Trail hat er jetzt weitere 125 000 Euro investiert. Das Projekt wurde von der EU zusammen mit dem Land im Rahmen des Programms Leader gefördert.
Der Park ist zu einer Touristenattraktion geworden, der Besuch ist aber stark vom Wetter abhängig. "2013 war bislang sehr schlecht, das Frühjahr war einfach viel zu kalt und nass", sagt Scherer. Auch 2012 seien wegen des wechselhaften Wetters deutlich weniger Besucher gekommen als in den Vorjahren. Pro Jahr kommen zwischen 30 000 und 50 000 Besucher, einschließlich Schulklassen, Ferienfreizeiten und sonstige Gruppen. Martina Römer sagt: "An guten Tagen sind schon mal weit über 300 Leute im Park, an schlechten manchmal nur fünf." Für Parkmanager Scherer ist die Investition wichtig, um die Attraktivität des Parks zu steigern. Er ist sich sicher, dass der Canopy-Trail weitere Touristen und Einheimische anlockt. Im bestehenden Kletterpark gibt es bereits einige kleinere Seilrutschen, die sehr gut ankommen. Scherer: "Die Leute wollen fliegen."
Die Sicherheit der Parknutzer wird großgeschrieben. Einmal im Jahr kommen der Tüv und ein Baumgutachter. Ausgebildete Trainer achten darauf, dass die Sicherheitsgurte richtig anliegen und weisen die Gäste ein. Schwere Unfälle habe es, so Scherer, noch nicht gegeben. Nur einmal sei ein Junge, der den Gurt geöffnet hatte, aus sieben Meter Höhe auf den weichen Waldboden gefallen und habe sich dabei einige Blessuren am Gesicht zugezogen.
Extra

Klettern macht Spaß: Das wussten schon eure Eltern und Großeltern, die gerne auf Bäume stiegen. Das ist aber gefährlich. Wenn man fällt, kann man sich schwer verletzen. Klettern in einem Kletterpark ist sicher, denn dort müsst ihr Gurte überziehen, die über eine Rolle an einem Seil befestigt sind. Ihr müsst aber die Anweisungen der Trainer befolgen. So könnt ihr euren Mut beweisen, ohne dass eure Eltern Angst haben müssen, dass ihr zu Boden stürzt. sim

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