Wie wär’s mit einer Römerschleife

Wie wär’s mit einer Römerschleife

WITTLICH. (red) Die römische Villa in Wittlich ist wieder zu sehen. Sie im Zustand von 1983 zu erhalten, sie begehbar und einsehbar zu machen, dafür will sich der neue "Förderverein Wittlicher Kulturgüter" einsetzen (der TV berichtete). Mehr als 60 Bürger informierten sich auf der öffentlichen Veranstaltung des Vereins über erfreuliche Nachrichten in Sachen Römische Villa.

Der Kulturausschuss der Stadt hatte im November bei einer Gegenstimme aus Gründen der Gefahrenabwehr und auch angenommener Kosten für eine Teilverfüllung des Gebäudes und eine Demontage des Daches gestimmt. Damit sollte das Relikt langfristig gesichert werden. Jetzt sieht alles ganz anders aus. Städtische Forstleute haben das Gelände großflächig freigelegt, und auch der Bauhof wurde aktiv. Die Villa ist weithin sichtbar. Fehlende Dachpfannen sind ersetzt, Regenrinnen und Fallrohr repariert. Der Weg zur Villa ist wieder hergestellt, ein weiterer unterhalb des Gebäudes soll folgen. Konzeption für Touristen und das Konstantinjahr

Vor diesem Hintergrund konnten der Vorsitzende des Fördervereins Ortwin Eich, die zweite Vorsitzende Elisabeth von den Hoff, Kassenwart Walter Schoemen und Beisitzer Klaus Petry die Anwesenden im Casino leicht als interessierte Zuhörer gewinnen. Historiker Klaus Petry gab einen Abriss über die Geschichte der Villa. Elisabeth von den Hoff berichtete über Aktivitäten, um Denkmalschützer und Geldgeber für das Stück Wittlicher Antike zu gewinnen. Walter Schoemen informierte über wachsende Mitgliederzahlen, und Lubens Simon, Architekt der letzten Restaurierung, zeigte und erläuterte eindrucksvolle Dias von den Ausgrabungsarbeiten 1983. Was damals viel Geld gekostet habe, solle auch nachhaltig sichtbar bleiben. Dazu stellte Ortwin Eich die Konzeption einer Radtour vor, die vom Maare-Mosel-Radweg am Friedhof ausgehend durch die Innenstadt an der Lieser entlang durch die Ohling zur Villa möglich ist. Dort könnte dann eine Informationstafel über die Geschichte der - neben Nennig - größten römischen Villa nördlich der Alpen, die zudem möglicherweise dem Namensgeber Wittlich "Vitellius" gehörte, zur Rast einladen. Dazu könne man an der Autobahnstele von Silvio dell' Antonio über Zeitsprünge philosophieren, um dann weiter jenseits der Lieser in Richtung ehemaliges römisches Dorf (beim Aldi-Zentrallager) zu radeln, so die Idee. Dort könne man sich einen im Radweg eingelassenen Grundriss eines römischen Hauses oder eine Replik des Brunnens vorstellen, in dem man vor Jahren einen Silberteller fand: Das Konzept dieser Römerschleife könnte für die "Straße der Römer" zum Konstantinjahr 2007 interessant werden, hoffen die im Verein Aktiven. Bürgermeister Ralf Bußmer erklärte zudem, dass die jetzt veranlassten Arbeiten auf die Erhaltung der Villa im Zustand von 1983 abzielten. Auch deshalb gab es zufriedene Gesichter: Die Villa bleibt sichtbar zur Freude der Wittlicher und - hoffentlich - vieler Besucher. Bis weitere Arbeiten erledigt sind, ist der Zutritt des Geländes noch verboten. Zu hoffen bleibt, dass ungebetene Besucher, die in der Vergangenheit für Vandalismusschäden sorgten, durch die jetzt freie Sicht auf die Villa abgeschreckt werden.