Wieder Trübung im Bach

ENKIRCH (sim) Erneut hat eine mögliche Gewässerverunreinigung die Enkircher Bürger beunruhigt. Der Großbach, der durch Enkirch fließt und in die Mosel mündet, wies am Sonntagmorgen eine milchige Trübung auf.

Inge Georg aus Enkirch, an deren Haus der Großbach vorbeifließt, ist besorgt. Am Sonntagmorgen beobachteten sie und einige Nachbarn eine "undefinierbare" Trübung im Bach. Inge Georg: "Das Wasser war weißlich-grau und ging ins Bläuliche über. Wir haben gleich Verbandsbürgermeister Weisgerber angerufen." Weisgerber eilte gleich zum Bach und ließ von Mitarbeitern der VG-Werke Proben ziehen. Gleichzeitig informierte er die Polizei Zell, die wiederum die Kripo Wittlich einschaltete. Kripobeamter Hans-Werner Kohl: "Als wir vor Ort waren, war keine Trübung mehr festzustellen." Kohl vermutet, dass die starken Niederschläge zu der Trübung im Bach geführt haben. Falls aber die Analyse der von der VG gezogenen Proben auf eine Gewässerverunreinigung hindeuten, werde man weiter ermitteln. Zurzeit bestehe dafür kein Anlass. Unterdessen hat der Flughafen Hahn, der nach starken Regenfällen bereits mehrmals mit Genehmigung der SGD Nord Abwasser in den Waschbach eingeleitet hat, die SGD Nord um Erlaubnis gebeten, Abwasser aus dem zentralen Speicherbecken direkt in umliegende Bäche pumpen zu dürfen. Die Entscheidung der Behörde steht noch aus, sie hat aber dem Flughafen bereits die Erlaubnis signalisiert, "falls bestimmte, aus Gewässerschutzgründen erforderliche Kriterien eingehalten werden". Der Waschbach, dessen Wasser unter anderem den Trinkwasserbrunnen Ahringsbachtal speist, sei nicht betroffen. VG-Chef Weisgerber hatte am 14. Juni bei der SGD Nord angefragt, wie der Flughafen aktuell das Abwasser entsorge. Hintergrund: Die Kläranlage Traben-Trarbach, die wie zahlreiche andere Kläranlagen bis vor kurzem das Abwasser aufnahm, wird seit dem 8. Juni nicht mehr mit Tanklastzügen vom Hahn aus beliefert.

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