Wilbert : Keine Sorgen wegen Müll

Es heißt ja immer, dass unser Müllentsorger, der Zweckverband ART, mit Altpapier (das ist das, was in der Blauen Tonne landet und auch dorthin soll), Geld verdient. Die Verwertung von Altpapier sei „ein erlösbringender Markt“.

Sprich: Viel Pappe, viel Zaster. Da mache ich mir um unsere Gebühren für die Abfallentsorgung keine Gedanken mehr, wenn so viele Kartons in der Tonne landen, mit denen man später Geld verdienen kann.

Vor allem nicht, wenn ich so das Geschehen bei unseren Nachbarn beobachte. Jeden (!) Tag hält bei denen das gelbe Postauto. Und jeden Tag hat die nette Briefträgerin ein Paket in der Hand, das sie dort abgibt. Und das ist aus Pappe, sprich: landet in der Regel in der Blauen Tonne. Vor Corona war das ehrlich gesagt anders, aber irgendwas müssen die Kinder ja anziehen, denn in die Klamotten von vergangenem Jahr passen sie nicht mehr. Und die Läden in der Stadt haben ja geschlossen, da bleibt nur das Bestellen im Internet und das Liefern per Post.

Aber seit Corona ist es nicht nur die gelbe Post, die da hält, sondern auch das braune Auto eines anderen Paketdienstes, der blau-weiße Paket-Lieferwagen oder das rot-weiße Gefährt. Meist sind es jeden Tag alle, die vorfahren und ausladen. Aber nicht nur Klamotten werden da geliefert, jetzt bestellen die Nachbarn sogar ihre Lebensmittel im Netz, schön abgepackt, fünf Gerichte für vier Personen an fünf Tagen. Inklusive Rezepten.

Ehrlich gesagt, das ist nix für mich. Lebensmittel muss ich sehen. Und fühlen. Und riechen. Da kann man sich noch so viel über den neuen Wittlicher Globus-Markt aufregen wie man will: Jeder Markt, jeder Laden vor Ort ist immer noch besser als die weite Welt im Internet.