Wilbert

Leute, stellt Euch vor: mein alter Kumpel Eberhard aus Klausen hat mir zum ERSTEN MAL ("LIEBER Wilbert") geschrieben, weil er gelesen hat, dass Wittlich Wallfahrtsort werden will. Und was er geschrieben hat, will ich Euch natürlich nicht vorenthalten: "Wie schön, dass du endlich einmal den Vergleich zwischen Wittlich und Klausen in deiner Kolumne gesucht hast.

Wittlich, Kreisstadt, Ämtersitz, Kulturleuchtturm, Stadt der Säubrennerkirmes, zu der Tausende Menschen stürmen. Mit so etwas kann Klausen nicht aufwarten. Aber das brauchen wir auch gar nicht! Schließlich kommen zu uns jedes Jahr 100 000 Menschen, auch ohne dass wir Säue durch unseren Ort kutschieren. Und dass Euer Riesenrad dieses Jahr fünf Meter höher ist, freut uns, denn dann hat man einen besseren Blick in die Eifel. Die Klausener Kirche ist ja weithin zu sehen und das schon seit mehr als 500 Jahren. Sie muss auch nicht nach fünf Tagen wieder abgebaut werden. Zu uns finden alle direkt von der Autobahn aus. Wir brauchen unseren "Heimkehrern" auch nicht zu erklären, was sich im Dorf alles getan hat, denn Klausen zeichnet sich durch Kontinuität, gute Ausschilderung und ausreichend gepflasterte und geteerte Parkplätze aus. Da kann Euer Stadtrat ruhig einmal eine Ortsbesichtigung machen. Anschließend sind sie in unseren Gasthäusern, entweder beim Schnitzel-Schorsch oder beim General, herzlich willkommen, und unser Ortschef kann Euch dann die Welt erklären. Weil Gasthäuser abreißen wie bei Euch, das gibt es bei uns nicht! Wenn tatsächlich mal eins schließt, finden sich hier immer junge Leute, die es liebevoll renovieren und rauschende Partys darin feiern. Und damit es friedlich bleibt, haben wir gleich zwei Institutionen, die aufpassen: den Kirchen- und den Karnevalsschweizer. So was gibt es in der Region nur einmal. Und wenn ihr dann nach dem Feiern Eurer Kirmes ein leichtes Unwohlsein verspürt oder Euer Herz gebrochen ist und ihr laut ruft: "Oh liewen Herrjott, ich machen alles, ich giehn uch bis na Klausen bei de Muttergottes, wenn et ma dann doch nuren besser ging," seid ihr bei uns herzlich willkommen. Unser Komm-hol-mich steht natürlich auch weiterhin bereit, damit Euch der Nachwuchs nicht ausgeht. Wär ja schade, denn dann könnten wir ja nicht mehr auf Eure Kirmes kommen. Am besten besprechen wir das bei unserem Backofenfest, denn da backt der Werner Simon, besser bekannt als "kleiner Bäcker", einen Zwetschenkuchen, bei dem du Kinnwasser kriegst, und Viez gibt\'s da auch. Dein Eberhard