Wilbert

Welche kriminellen Geschichten doch in Wittlich beginnen! Es geht nicht um Drogen oder Waffen, aber heiße Ware ist im Spiel. Sie tarnt sich jahrelang als Kühlschrank.

Sobald aber so ein Exemplar am Sperrmülltag am Straßenrand steht, zeigt es sein kriminelles Potenzial und wird ein Fall für die Fahnder. Die liegen auf der Lauer. denn erst kommt ein weißer Transporter, schwupps ist das Kühlgerät weg. Erstes Ziel: Der Schwimmbad-Parkplatz, der eigentlich eine Art internationale Drehscheibe der Kühlschrank-Connection ist. Wenn Kreis, Zoll und Polizei jetzt nicht aufpassen, passiert das: Die Kühlschränke werden in "Drittländer" exportiert und unter "menschenunwürdigen und umweltschädlichen Umständen demontiert", sagt der Kreis offiziell. Das geht nicht. Deshalb wurde jetzt jeder Kühlschrank vorm Schwimmbad aus den Autos der Sperrmüllschleuser befreit. Für den Umweltschutz und die Menschenrechte. Das ist ja nochmal gut gegangen. Dafür bekommt Wittlich ein interaktives Mahnmal am Schwimmbadparkplatz. Im Sommer kann man dort Getränke kalt stellen. Reuige Sperrmüllschleuser zünden Kerzen am Jahreskontrolltag an und legen Blümchen nieder. Und ich seh\' meinen Kühlschrank jetzt mit ganz anderen Augen. Ich glaube, bald wird in Wittlich wieder ein Tatort gedreht. Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf www.volksfreund.de/kolumne

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