Freizeit: Wild auf Sommer in Wittlich: Erst im Dunkeln wird es etwas wilder

Freizeit : Wild auf Sommer in Wittlich: Erst im Dunkeln wird es etwas wilder

Die Kombiveranstaltung „Wild auf Sommer“ aus Party und Flohmarkt kommt zu später Stunde in Fahrt.

Gleicher Name, nahezu gleiches Konzept, und doch ist bei der zweiten Auflage von „Wild auf Sommer“ manches anders gelaufen als bei der Premiere. Der Besucherstrom hat sich bei der vom Wittlicher Jugendparlament organisierten Party mit Flohmarkt am neuen Standort vor dem Eventum in die späten Nachtstunden verschoben.

Am Nachmittag sind eher vereinzelte „Schatzjäger“ unterwegs. Begleitet von Synthwave-Klängen, die der DJ am Mischpult auflegt, streifen sie durch die vor der Halle von rund 15 Anbietern aufgebauten Flohmarktstände. Hauptsächlich sind junge Familien mit Kindern auf der Suche. Neben Kleidungsstücken gilt das Interesse,  vor allem der Jüngsten, den Spielsachen.

„Du kannst die rote oder die blaue Kiste haben“, stellt ein Großelternpaar seinen Enkel vor die Wahl. Eine schwierige Entscheidung, wenn beide bis obenhin mit Modell-Autos gefüllt sind. Also schnell noch eins davon umpacken und erst dann die rote Box nehmen. Vor der Bühne testet ein Mädchen einen anderen ferngesteuerten Flitzer ausgiebig. Mit den Kurven hat die junge Lenkerin des frisch erworbenen Modellautos noch etwas Probleme. Macht aber nichts, denn die Tanzfläche ist zu diesem Zeitpunkt noch menschenleer.

Bis sich zum ersten einsamen Tänzer weitere gesellen, werden noch einige Stunden ins Land gehen. Erst nach 22 Uhr füllt sich der Platz, und die Party kommt in Schwung. Weil das Ordnungsamt aber Feiern bis 2 Uhr genehmigt hat, ist noch ausreichend Zeit.  Man habe dieses Mal bewusst etwas später begonnen, sagt Anna Molitor, Vorsitzende des Jugendparlaments. Die 15 Mitglieder dieses auf drei Jahre gewählten, ehrenamtlichen Gremiums sind Ideengeber und Kern-Orga-Team von „Wild auf Sommer“.

Von den Ständen im Vorjahr sei die Rückmeldung gekommen, dass in der Frühe um 11 Uhr morgens wenig los war. Doch auch um 16 Uhr hält sich der Andrang diesmal in Grenzen. Erst in der Nacht wächst die Besucherzahl von wenigen Dutzend auf rund 300 – der Flohmarkt ist da längst abgebaut. „Offenbar hat der spätere Beginn als Signal gewirkt, dass die Leute das Ganze eher als Party für die Sommernacht wahrgenommen haben“, meint Molitor. Zusätzlich gab es dann noch den Faktor des WM-Spiels am Nachmittag.

Insgesamt zeigt sich das Orga-Team trotzdem zufrieden. „Die Stimmung bei den Helfern an den Ständen war gut. Die meisten sind aus unserem Freundeskreis, da hatten wir durchgehend unseren Spaß. Und später gab’s dann ja auch richtig was zu tun“, erzählt die Jugendparlamentsvorsitzende. Eine abschließende Bilanz gebe es noch nicht, aber bis auf den zögerlichen Start falle die Grundbewertung positiv aus. Der notwendige Umzug vom Stadtpark vor das „Eventum“ – die Stadt hatte wegen des Wasserschutzgebiets im Park keine Genehmigung erteilt – habe die Atmosphäre zwar verändert. Doch wirklich getrübt hat das aus Molitors Sicht die Party-Laune nicht. Da im kommenden Jahr ein neues Jugendparlament gewählt werde, sei dies die vorläufig letzte „Wild auf Sommer“-Veranstaltung. Dass das Konzept weitergeführt wird, sei aber durchaus vorstellbar.

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