Wild, emsig und närrisch

MONZELFELD. (mbl) 50 Jahre Welle Baie sumsumsum: Wild, emsig und fleißig wie ihre tierischen Namensvettern sind auch die schwarzgelben "Welle Baie" von Monzelfeld. Für die wilden Bienen des Karnevalsvereins haben wieder die närrischen Stunden geschlagen - und das bereits zum 50. Mal.

Der KV blickt 2004 auf ein halbes Jahrhundert wildes Treiben zurück. 1954 wurde der Verein gegründet, und der Rosenmontagszug bildete von Anfang an den Höhepunkt im Monzelfelder Karneval. Paul Schneider und Helmut Kropp organisierten den ersten Umzug im Gründungsjahr. Ausscheller Matthias Brück rief hierzu interessierte Bürger zur Versammlung ins Gasthaus "Hähn". Zahlreich kamen die Monzelfelder, um beim närrischen Geschehen mitzuwirken. Unter den Anwesenden wurde gleich das erste Prinzenpaar (Maria Roth und Günter Bach) gewählt. In der Werkstatt der Firma Zelte Kropp wurde unter großer Einsatzbereitschaft, mit einfachen Mitteln und Einfallsreichtum der Karnevalisten ein bunter Zug zusammengestellt. Stangen wurden im Wald geschlagen und zu Brettern und Latten verarbeitet. Texte und Sprüche auf Tapeten und Papier geschrieben und auf die Lattenkonstruktion gespannt. So zogen zum ersten Mal stolze zehn Motivwagen und ebenso viele Fußgruppen durchs Dorf, begleitet von zwei Musikern.Die Wagen wurden immer prächtiger

Denn erst ein Jahr später gründete sich der Musikverein "Cäcilia", der fortan bis heute für närrische Töne sorgt. Von Jahr zu Jahr wurden die Wagen prächtiger und der Zug attraktiver - bis die Kanalisation Ende der 50er dem närrischen Treiben auf der Straße vorerst ein Ende bereitete. So feierte man Fastnacht im Saal mit Kappensitzungen, bis mit dem legendären "Narrenschiff", das um einen Traktor herum gebaut war, eine neue Ära des Rosenmontagszuges eingeläutet wurde. Bürger, Vereine und Gruppen taten sich zusammen, bauten Wagen, schneiderten Kostüme und sorgten mit immer neuen Ideen dafür, dass der Umzug in der ganzen Region bekannt wurde. Seit 1978 werden die Züge vom Zepter der Prinzenpaare geleitet. Der anschließende Umzüglerball, der seit 1987 in der Bürgerhalle gefeiert wird, erfreut sich stets großer Beliebtheit. Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre war der ehemalige Stierstall der Gemeinde ständige Anlaufstelle und Ort zum Aufbewahren der Wagen. Heute stehen in der vereinseigenen Scheune und Werkstatt den Aktiven neun eigene Wagen mit ordentlichem Unterbau zur Verfügung, die immer wieder mit neuen Motivaufbauten verändert werden können. In Monzelfeld wird Feiern groß geschrieben und schon die kleinsten Gardemitglieder ab sechs Jahre bis hin zum 70-jährigen sind jedes Jahr aktiv dabei. Der KV dankt allen, die in all den Jahren bis heute mitgewirkt haben. Nur durch die Unterstützung der Dorfbevölkerung, der Ortsvereine, des Musikvereins, der Freiwilligen Feuerwehr und auch privaten Gruppen und Clubs ist der Fortbestand des Rosenmontagszuges auch für die Zukunft gesichert, erklärt Vereinsvorsitzender Mäddy Kropp. Ein weiterer Höhepunkt im Monzelfelder Karneval sind die Kappensitzungen. Bereits in den 50er Jahren sorgten Vereine für Büttenreden nach dem Umzug, die Welle Baie organisierten ab den 60ern die Saalfastnacht, die zunächst in der Hubertusgrotte, im Raiffeisensaal und seit 1987 in der Bürgerhalle stattfindet. Über 100 Akteure stehen dann auf der Bühne und sorgen für ein mehrstündiges Programm aus Büttenreden, Gesang und Tanz, das über die Dorfgrenzen hinaus für Besucherandrang sorgt. Für den Fortbestand des Vereins sorgt der Nachwuchs mit seinen Kinderkappensitzungen. Und was sagt die Statistik zum Jubliäum des KV Monzelfeld? Dazu ein paar närrische Zahlen: in 50 Jahren wurden 31 Umzüge mit 5550 Mitwirkenden veranstaltet, 17 Tonnen Wurfmaterial unter die Narren gebracht, 35 Kappensitzungen mit 2231 Liedern und 331 Büttenreden über die Bühne gebracht, 13 Kindersitzungen mit 64 Vorträgen geboten sowie 800 Luftschlangen zur Dekoration angebracht. Na dann auf ein Neues: "Welle Baie sumsumsum".