Wildsäue wüten weiter

TRABEN-TRARBACH. Die Wildschweine wüten weiter auf dem Trabener Friedhof. Großes Entsetzen herrschte am Donnerstag morgen, als die ersten Bürger zum Gießen auf den Friedhof kamen.

Reihenweise waren Gräber zerstört, Grabplatten und Blumenschmuck weggerissen, tiefe Löcher gebuddelt - da flossen bei einigen Friedhofsbesuchern die Tränen. "Das tut weh", sagte eine Traben-Trarbacherin beim Anblick eines besonders geschändeten Grabes. Schon in vergangenen Woche hatte sie große Kothaufen von den Wildschweinen auf einem Grab entdeckt. Die Gräber, die am Wochenanfang von den Schwarzkitteln heimgesucht und gerade wieder hergerichtet worden waren, wurden gestern früh erneut ein Opfer der Rotte. Wildschweine sind Allesfresser, im Boden befindliche Larven und Insekten werden von ihnen ebenso geschätzt wie Mäuse. Nach Angaben von Fachleuten haben die Tiere allerdings Angst vor den Menschen und greifen sie nicht an. Gefährlich könne es nur werden, wenn eine Bache mit ihren Frischlingen sich bedrängt fühlt. Sowohl auf dem Trabener Friedhof als auch in den umliegenden Gärten war eine Bache mit ihren Jungtieren gesichtet worden. "Nach dem Polizei- und Ordnungsbehördengesetz müsse eine Gefahrenabwehr betrieben werden können", meint Polizeioberkommissar Hugo Gutjahr. Stadtbürgermeisterin Heide Pönnighaus, deren Familiengrab ebenfalls von den Schwarzkitteln verwüstet wurde, weist jedoch darauf hin, dass im Wohngebiet nicht geschossen werden darf. Der städtische Bauhof sei bereits einen ganzen Tag auf dem Friedhof aktiv gewesen und habe einen fast 100 Meter langen Elektrozaun installiert. An die Bürgerinnen und Bürger richtete sie den Appell, die Friedhofstore immer geschlossen zu halten. "Wir bleiben dran und werden weitere Überlegungen anstellen", versprach die Stadtbürgermeisterin. Bürgerwehr soll am frühen Morgen patrouillieren

Eine Bürgerin empfahl, die Gräber nicht am Abend, sondern erst am Morgen zu gießen. In der Tat waren die trockenen Grabstellen von den Schweinen nicht heimgesucht worden, doch je feuchter der Boden war, desto mehr wurde darin auch gesuhlt. Einige Friedhofsbesucher versprachen sich auch Erfolg von einer "Bürgerwehr", die in den frühen Morgenstunden auf dem Friedhof patrouilliert und die Schwarzkittel vergrämt. "Bei dieser Hitze liegen wir sowieso schlaflos im Bett, da können wir auch auf dem Friedhof aktiv werden", meinten sie.