Wildschaf macht in der Eifel Probleme

Aus dem Archiv : Im Hasborner Wald muffelt es zu viel

Im Hasborner Wald bereitete das eingebürgerte Muffelwild, ein aus dem Mittelmeerraum stammendes Wildschaf, Probleme schon 2007. Der Bürgermeister bat den Jagdpächter deshalb damals, die Erhöhung der Abschusszahlen zu beantragen.

Hasborn. In Rheinland-Pfalz kommt das Muffelwild heute nur in wenigen Gebieten in größerer Anzahl vor. Eins dieser sogenannten bewirtschafteten Gebiete - für sie werden Abschusszahlen festgelegt, die das Überleben der Art sichern - ist der Kondelwald. Laut einer Schätzung von Kreisjagdmeister Günther Vanck leben dort 50 bis 60 der sehr menschenscheuen Tiere.In der Nachbarschaft zum Kondelwald, im Hasborner Wald, in dem die Muffel ebenfalls bewirtschaftet werden, bereitet das Wildschaf nun Probleme. Ortsbürgermeister Hajo Neumes berichtet von Schwierigkeiten mit der Waldverjüngung. An einigen Stellen habe das Muffelwild alles kahl gefressen. Auch der sehr ähnliche Verbiss des Rotwilds sei festgestellt worden.Neumes hat den Jagdpächter daraufhin gebeten, die Erhöhung der Abschussquote zu beantragen. "Der Gemeinderat würde diese Erhöhung begrüßen", sagt der Ortsbürgermeister. Für 2007 sei die Abschussquote von acht Tieren bereits erfüllt.Die Autobahn stellt für das Muffelwild im Hasborner Gebiet eine Barriere dar, nördlich von ihr kommt es nicht vor. Südlich der A 1, im Dreieck zu Niederscheidweiler und Willwerscheid, ist laut Neumes eine größere Herde unterwegs, die häufig gesehen wird. Seit Ende der 50er Jahre im Kondelwald

Kreisjagdmeister Günther Vanck hält die Erhöhung der Abschusszahlen für die Muffel bei Hasborn für unproblematisch. Die Abschusszahlen richteten sich nach dem Waldgutachten, das alle drei Jahre erstellt werde. Falls das Betriebsziel des Waldes nicht erreicht werde, werde die Abschussrate erhöht.Im Kreis gibt es ein zweites bewirtschaftetes Muffelwaldgebiet im Hardtwald bei Burg. Größere Schäden seien bislang nirgendwo erkennbar gewesen, sagt Vanck. Das Muffelwild im Kondelwald wurde gegen Ende der fünfziger Jahre vom Forstamt Wittlich-Ost eingebürgert. "Die Gründe dafür waren jagdlicher Natur", sagt Vanck. Die tagaktiven Mufflons mit den schneckenförmig eingedrehten Hörnern der Männchen gelten als Wild mit interessanter Trophäe.

Geschichte des Mufflons: Die Geschichte des Mufflons ist bemerkenswert. Ursprünglich war das Wildschaf laut Wikipedia in ganz Zentral-Europa verbreitet, wo es vor 3000 bis 4000 Jahren vermutlich durch die Beschneidung der Lebensräume und durch starke Bejagung verschwand. Anschließend war das Wildschaf nur noch auf Korsika und Sardinien zu finden, wobei unklar ist, ob es nur dort überlebte oder ob es erst in frühgeschichtlicher Zeit dort eingeführt wurde. Fakt ist: Auf Korsika und Sardinien ist das Mufflon heute durch Jagd und Wilderei gefährdet. Die Auswilderung wiederum in Kontinentaleuropa hat die Tiere vor dem Aussterben bewahrt.

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