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Wildwuchs soll verschwinden

Während die Bemühungen um die Reaktivierung der Hunsrückbahn laufen, gibt es in Hochscheid bereits konkrete Vorstellungen, wie die teils über Gemeindeeigentum verlaufende Trasse noch zu nutzen wäre.

Hochscheid. (urs) Die Reaktivierung der Hunsrückbahn würde auch die Gemeinde Hochscheid, einen ehemaligen Bahnhofsort, betreffen. Ortsbürgermeister Erhard Wolf hofft, dass die Trasse irgendwann wieder genutzt werden wird. Schon allein wegen der sich dann eröffnenden Möglichkeiten für den Güterverkehr:

Für den Fall, dass sich die Hoffnungen der Befürworter in den Gemeindeverbänden Hermeskeil, Thalfang und Morbach zerschlagen sollten, gibt es in Hochscheid aber bereits einen Plan B. Die ungenutzten Bahngleise verschandeln laut Wolf nämlich das gesamte Ortsbild. "Auf den Gleisen wachsen Bäume, und es fallen auch mal Masten um", kritisiert der Gemeindchef den Wildwuchs. Von der Bundesstraße kommend bietet sich so ein ungepflegter Gesamteindruck. Dabei könne die Gemeinde noch von Glück sagen, dass Betriebe wie das Autohaus Boos die Flächen aus eigenem Antrieb in Ordnung halten, sagt Wolf. Ansonsten wären die dort präsentierten Gebrauchtwagen längst von den vielen Hecken zugewachsen.

Sollte sich in Sachen Reaktivierung nichts bewegen, steht die Gemeinde daher einem Ankauf der bundeseigenen Flächen offen gegenüber. "Wir wollen nicht, dass das so liegen bleibt", begründet Wolf. Außerdem ließe sich der zwischen Autohaus und Spedition Roth verlaufende Gleiskörperstreifen hervorragend in die angrenzenden Gewerbegebiete integrieren. So könnte der Streckenabschnitt zu einer Straße umfunktioniert oder in die Gewerbeflächen einbezogen werden. Denn die von der Trasse beanspruchte Fläche ist nicht eben klein. Allein der Streifen, der das Gewerbegebiet durchschneidet, ist etwa 300 Meter lang und an die 40 Meter breit. Für einen Radweg wird die Trasse nicht benötigt. Denn den gibt es bereits. In einem Abstand von etwa 50 Metern führt er parallel zu den Gleisen bis nach Morbach.

Insgesamt würde Hochscheid für 24 000 Euro in den Besitz von knapp sieben Kilometern Bahntrasse kommen. Wie die durch Wald oder über Ackerflächen verlaufende Strecke genutzt werden könne, ist noch offen.