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Wilma hilft Menschen, ins Arbeitsleben einzusteigen.

Soziales Projekt : Zwischen Möbeln, Stoff und Alltagshilfe: Wittlicher Projekt hilft, Menschen ins Arbeitsleben einzusteigen.

Das Wittlicher Modell für Arbeitssuchende, kurz Wilma, hilft Menschen aus dem Landkreis, ihren Tagesablauf zu strukturieren, sich weiterzubilden und ins Arbeitsleben einzusteigen.

Im Laden der Wittlicher Initiative Wilma in der Gottlieb-Daimler-Straße herrscht reges Treiben. zwischen Sitzgarnituren, Tischen, Kleidern und Schränken suchen Kunden nach den passenden Artikeln, die sie mitnehmen können. Die Teilnehmer des Wittlicher Modells für Arbeitssuchende, so der vollständige Name des Projekts, stehen an der Kasse oder räumen Waren ein.

„Die Arbeit hier macht mir Spaß“, sagt eine Teilnehmerin. Neben der Tätigkeit im Verkauf bügelt sie Kleider auf oder wäscht diese. „Ich mache alles gern“, sagt sie mit einem Lächeln.

Auch einer ihrer Kollegen kommt „wirklich gerne hierher. Es gefällt mir richtig gut.“ Schön sei vor allem der Kontakt mit den Menschen.

In dem Projekt, das es seit mehr als 20 Jahren im Kreis Bernkastel-Wittlich gibt, können maximal 28 Teilnehmer gleichzeitig beschäftigt werden, 25 Plätze sind die Idealzahl. Die Teilnehmer – Frauen und Männer halten sich in etwa die Wage – sind zwischen 17 und 65 Jahren alt. „Ein Großteil ist aber älter als 25“, sagt Schöpges. Bei Teilnehmer unter 25 Jahren versuchen Jobcenter und Wilma, eine Ausbildung zu bekommen. Etwas, was vielen älteren Teilnehmern fehlt.

„Die Teilnehmer kommen meist für sechs Monate zu uns“, sagt Susanne Schöpges, die kürzlich die Leitung von Maria Kremer übernommen hat. Vermittelt werden sie vom Jobcenter Bernkastel-Wittlich, zu dem ein stetiger Austausch und Kontakt besteht.

Neben Susanne Schöpges gehören Annette Schmitgen, Stefan Losen, Jörg Becker und Benny Adler zum Team des Projekts, vonseiten des Jobcenters sind es Henning Bock und Eric Thielmann.

In der Regel sind die Teilnehmer sechs Stunden am Tag bei Wilma beschäftigt, meist von 8 bis 14 Uhr.  „Wir sind da aber flexibel. Es gibt auch Teilnehmer, deren Familiensituation das nicht zulässt wie Alleinerziehende. Dann kann der Teilnehmer auch um 9 Uhr erst kommen“, sagt Schöpges.

Ein Ziel von Wilma ist es auch, den Menschen, die dorthin kommen, eine feste Tagesstruktur zu geben, ihnen zu vermitteln, wie der Ablauf eines Arbeitstages ist, wie die Bürokratie ist, welche Regeln es gibt. „Wir wollen sie fit machen für die gesellschaftliche Teilhabe und den Arbeitsmarkt“, sagt Schöpges.

Das Projekt ist laut Jörg Becker in Wittlich etabliert, „durch die lange Zeit“, in der es existiert: „Vielen Betrieben ist es ein Begriff.“

Etabliert ist Wilma auch bei vielen Menschen aus dem Landkreis, die in den Laden kommen und nach gut erhaltenen Möbeln oder Kleidung Ausschau halten, die sie für kleines Geld kaufen können.

An Nachschub fehlt es im Laden nicht, aber: „Viele stellen uns die Sachen einfach vor die Tür“, sagt Annette Schmitgen, was natürlich nicht gut ist. Viele nutzen aber auch die Ladenöffnungszeiten (siehe Info), um sich umzusehen. Oder, wie Schmitgen sagt, „einfach um ein Gespräch zu haben.“