Wilmas Cowboy

I ch sitze in meinem Sessel, lehne mich gemütlich zurück und schließe die Augen. Fastnacht geht mir durch den Kopf. Jubel, Trubel, Heiterkeit. Du könntest dich ja mal verkleiden, kommt mir in den Sinn.

Die Gedanken verschwimmen langsam zu einem Tagtraum. Ich sehe mich als Cowboy, einen Mann, der nicht viele Worte macht, der weiß was zu tun ist - ein Mann wie John Wayne, wie Gary Cooper. Den breitkrempigen Hut hab' ich weit in mein sonnengebräuntes Gesicht gezogen. Im Mundwinkel steckt ein Zigarettenstummel. Ich spucke den Tabakrest auf die staubige Straße und gehe stolzen Schrittes Richtung Saloon. Aus einer Bar winkt mir lächelnd Kitty zu. Ich schaue sie kurz an und tippe mit dem Zeigefinger lässig an meinen Hut. Ja, ja, die Kitty... Von irgendwo her erklingt eine Mundharmonika. Musik, wie ich sie mag. Ich weiß, was zu tun ist. Ich bin ein Cowboy. Totenstille im Saloon, als ich an den Tresen trete und einen Whisky bestelle. Der würzige und scharfe Geschmack tut gut nach diesem Tag. Whisky ist ein gutes Getränk. 500 Rinder habe ich von der Weide getrieben, und morgen werden sie gebrannt - mit meinem Brandzeichen: "WILBERT". Ein harter Job. Nichts für Memmen. Es ist spät geworden, als ich nach Hause komme. Es gab mal wieder eine Schlägerei im Saloon. Ich musste die Jungs zur Räson rufen. Wilma steht am Herd und legt eine große Scheibe Speck in die Pfanne. Dazu rote Bohnen. Wilma weiß, was ich jetzt brauche. Als sie mich erblickt, sagt sie: "Gut, dass du da bist, mein starker Cowboy." Sonst nichts. Sie dreht sich wieder zum Herd und rührt die Bohnen. Sie hat ihr kurzes Kleid angezogen. Es gefällt mir. Plötzlich spüre ich ein Tippen an meiner Schulter. Ich öffne die Augen. Vor mir steht Wilma. Der Traum ist aus. "Wilbert", ruft sie in einem etwas nervigen Ton, "Wilbert, denk an deine Medizin, die dir der Doktor gegen dein Sodbrennen verschrieben hat, außerdem solltest du morgen früh eine lange Unterhose anziehen. Du erkältest dich sonst noch. Ich hab auch schon einen Kamillentee für dich aufgesetzt. Wilma weiß, was mir gut tut. Bis dann, EuerWilbert hat ein Weblog: www.intrinet.de/blog/landeier

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