#Wilstaytogether: Wittlicher Musiker singen gegen Rechts

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Die Band at.tension aus Wittlich hat ganz spontan Musikschaffende aus Wittlich und Umgebung aufgerufen zu einem Projektchor. Herausgekommen ist das Youtube-Video „#Wilstaytogether“, für Toleranz und gegen Hass.

„We are the world, we are the children“, aus rund 80 Kehlen schallt das bekannte Lied durch das Jugendheim St. Bernhard. Die Sänger aus Wittlich und Umgebung haben sichtlich Freude daran, den Song mit dem einfachen und doch eindringlichen Text vorzutragen. Als das Lied zu Ende ist, applaudieren alle jubelnd. Chorleiter Reinhold Schneck ist zufrieden. Nur noch eine Aufnahme, dann sollte das Video im Kasten sein.

Der Chor, der hier singt, ist keine lang bestehende Singgemeinschaft sondern ein Projektchor, der sich nur für eine Video-Aufnahme zusammengetan hat. Und das ziemlich spontan. Denn die Idee dazu hatten die Mitglieder der Band At.tension nur kurze Zeit vorher. „Wir wollen ein Zeichen setzen“, so lautete die Botschaft, die Mitte November an die Chöre, Bands und Musikvereine geschickt wurde. Alle Musikschaffenden wurden aufgerufen, sich unter dem Motto #WILstaytogether mit einem Video deutlich zu positionieren „in einer Zeit, in der rechtspopulistische Parteien überall in Deutschland und in Europa Wahlerfolge einfahren, …. Und in der Werte wie Weltoffenheit und Toleranz immer mehr verloren gehen“, wie es in dem Anschreiben heißt.

Die Resonanz war für die Bandmitglieder überwältigend. „Rund 30 Leute wären schon cool“, schildert Schlagzeuger Justus Becker seine anfängliche Erwartung. Doch schon kurz nach dem Aufruf hatten sich bereits mehr als 50 Teilnehmer gemeldet. Anlass für die fünf Mitglieder der Band at.tension, sich einen Profi zur Unterstützung zu suchen. Der war schnell gefunden und musste nicht lange überzeugt zu werden.  Chorleiter und Organist Reinhold Schneck sagte spontan zu, den Chor zu dirigieren.

„Das macht viel Spaß“, sagt er am Tag der Videoaufnahmen. Zweimal habe er mit den Sängern im Vorfeld geprobt. Hilfreich sei gewesen, dass viele auch sonst in Chören mitsingen. „Wir haben ein paar rhythmische Sachen verbessert, aber es ging gut“, zieht Schneck zufrieden Bilanz nach den Aufnahmen.

Auch für Ton und Bild haben sich die Organisatoren Hilfe geholt und auch schnell gefunden. Für die  Videoaufnahmen sind Hermann Haller und Erwin Holl vom offenen Kanal gekommen. Den Ton übernimmt die Firma Soundfeld, der Kontakt ist über einen Lehrer des PWG zustande gekommen.

#Wilstaytogether: Wittlicher Musiker singen gegen Rechts

Die jüngste auf dem Video ist die drei Monate alte Marlene. Ihre Mutter, Sarah Kontermann aus Zell ist mit der ganzen Familie gekommen. Sie singt im jungen Chor Marienburg. „Wir haben die Mail bekommen und haben direkt zugesagt“, erzählt sie. So ähnlich war es auch bei Anja Schnurbus aus Wittlich. Sie ist zusammen mit einigen anderen Mitgliedern des Gospelchors Wittlich dem Aufruf gefolgt.

Nachdem alle Aufnahmen gemacht sind und nur noch die Solisten singen, haben alle Gelegenheit, noch ein paar Worte in die Kamera zu sprechen. Die Gelegenheit nutzen einige, was direkt zu Beginn des Videos zu sehen ist. Sie alle zeigen Haltung und sprechen sich deutlich für Toleranz und gegen Hass und Hetze aus. Kaffee und Kuchen gibt es für alle. Und den hat die Kirchengemeinde gespendet, die damit auch ihren Beitrag leistet.