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Windenergie im Land des lauen Lüftchens

Windenergie im Land des lauen Lüftchens

In der Verbandsgemeinde (VG) Wittlich-Land steht noch kein Windrad. Das soll sich ändern. Die VG hat erste Konzentrationsflächen benannt und diese vorgestellt. Die Kritik: Es wehe zu wenig Wind, und schön aussehen würden sie auch nicht.

Windenergie? Ja! Vor der eigenen Haustür? Nein! Nachdem die Verbandsgemeinde Wittlich-Land bereits in Salmtal über den aktuellen Stand in Sachen Windkraftplanung informiert hatte , durften sich nun auch die Bürger in Manderscheid äußern.

Etwa 70 Menschen haben das Angebot wahrgenommen und rege mit Katharina Willeke, Mitarbeiterin der Umweltplanung und Landschaftsarchitektur GmbH (BGH Plan), und Anton Hauprich, Leiter der Bauverwaltung der Verbandsgemeinde Wittlich-Land, diskutiert. Kernpunkt der Kritik war der Nutzen von Windrädern in der Region. Viel Wind weht schließlich nicht durch das Moseltal. Damit eine Fläche im Wittlicher Land für Windräder ausgewiesen werden kann, müsse im Jahresmittel eine Windgeschwindigkeit von 5,6 Metern pro Sekunde (in 100 Metern über dem Grund) herrschen. Eigentlich empfohlen sind Bereiche von mittleren Windgeschwindigkeiten zwischen 5,8 und sechs Metern pro Sekunde (Stand 2013). Dass das reicht, bezweifeln viele Windkraftgegner. "Ob das rentabel ist, müssen die Windkraftbetreiber ausrechnen", sagt Anton Hauprich. Niemand sei schließlich gezwungen eine Anlage zu errichten, wenn sie nicht wirtschaftlich arbeitet.

Optik als DiskussionsstoffHauprich denkt aber schon einen Schritt weiter. "Die Anlagen werden ja auch immer effizienter." Würden Anlagen heute mit Windgeschwindigkeiten von etwa 5,6 Metern pro Sekunde effizient arbeiten, könnten sie das in wenigen Jahren schon mit deutlich weniger Wind tun.

Weiteren Diskussionsstoff liefert die Optik von Windrädern. Die Bürger fürchten, dass ein Flickenteppich von Anlagen in der Region entstehe, der sich wiederum negativ auf den Tourismus auswirken könnte. Die Verwaltung sagt, dass Windräder grundsätzlich Vorrang haben. Ein Verzicht von neuen Anlagen könne nur erfolgen, wenn ein schlüssiges Konzept vorliegt und ansonsten genügend Platz für Windräder zur Verfügung steht. Hier wiederum nimmt das Land die Verbandsgemeinde in die Pflicht. Jede VG solle in etwa zwei Prozent der Landfläche für Windkraftanlagen zur Verfügung stellen. Nach aktuellem Stand würde die VG Wittlich-Land etwa 5,4 Prozent ausweisen. "Dabei bleibt es aber nicht", sagt Katharina Willeke. Bei der jetzigen Planung habe man erst einmal nur Flächen ausgewiesen, die vor allem dem Arten- und Naturschutz nicht im Wege stehen. Allein durch Einschränkungen, die sich noch durch den Flughafen Spangdahlem ergeben, würde im Norden ein großer Teil der Konzentrationsflächen wegfallen. Ebenfalls wurde das Straßennetz noch nicht berücksichtigt. Ist das einmal in die Planung aufgenommen, werden viele Flächen zerstückelt und erreichen zum Teil dann nicht mehr die erforderliche Mindestgröße.

Um als Konzentrationsfläche ausgewiesen zu werden, muss ein mindestens 20 Hektar großer, zusammenhängender Bereich zur Verfügung stehen. Auf der Mindestfläche könnten dann bis zu drei Windräder gebündelt stehen.