Windkraft: Alle Manderscheider Gemeinden stimmen Solidarpakt zu

Windkraft: Alle Manderscheider Gemeinden stimmen Solidarpakt zu

So wenige Windkraftstandorte wie möglich, dafür gebündelte Anlagen an besonders gewinnbringenden Stellen: Dafür haben sich Kreis, Verbandsgemeinde und Ortsbürgermeister in Manderscheid ausgesprochen.

Manderscheid. "Wir waren uns noch nie so einig wie heute." Mit diesem Satz umschreibt Rainer Stolz den gemeinsamen Standpunkt der Manderscheider Ortsgemeinden beim Thema Windkraft. Alle 21 Gemeinden haben mittlerweile den Solidarpakt unterschrieben. Sie teilen die Gewinne also untereinander auf, die sie mit den Anlagen erwirtschaften. Klaus-Josef Junk, Ortsbürgermeister von Laufeld, hat dem Verbandsgemeinderat nun Details aus dem gemeinschaftlichen Vertrag vorgestellt. Demnach soll es wenige hoch effiziente Anlagen geben, deren Gewinn nach einem Beteiligungsschlüssel auf die Gemeinden aufgeteilt wird. Ebenso sollen Standortgemeinden Entschädigungen für wegfallende Jagdpacht, Wege, Leitungen und mehr erhalten. Die Kommunen tragen zudem die Kosten für die Flächennutzungsplanung. Der Vertrag, der eine Laufzeit von 30 Jahren habe, lasse auch Bürgerbeteiligungen zu. Zudem sollen regionale Betriebe, beispielsweise Baufirmen, mit ins Boot genommen werden.
Darüber hinaus stellte Landrat Gregor Eibes dem VG-Rat und den Ortschefs seine Vorstellungen von einer kreisweiten Energieerzeugungsgesellschaft vor (der TV berichtete). Er sieht diese Einnahmen als Chance, um die Zukunft der Gemeinden trotz des demografischen Wandels sicherzustellen. Man solle nicht Entwicklern und Investoren den Profit überlassen, sondern den Bau und Betrieb der Anlagen selbst in die Hand nehmen. Ebenso gehörten Photovoltaik und Biomasse dazu. Mit einer solchen Gemeinschaftslösung, die Flächen in öffentlicher sowie privater Hand umfasse, könne man sich auf wenige Windkraftstandorte beschränken und so vermeiden, "dass die Grundakzeptanz in der Bevölkerung kippt".
Allerdings sei all das nur ein Angebot, am Ende müssten die Ortsgemeinden entscheiden. Lob gab es für den Solidarpakt: "Ich baue auf das Modell Manderscheid."
Georg Fritzsche, Fraktionsvorsitzender der CDU, wandte allerdings ein, dass die Kommunen mit der Gründung einer eigenen Gesellschaft ein höheres Risiko eingingen. Im Hinblick auf die Investitionskosten frage er sich, "was die Kommunalaufsicht wohl sagt, wenn wir diesen Kreditbedarf anmelden?"
Zur Feier des Tages gab\'s im Anschluss noch inoffiziell ein Geschenk für den Oberscheidweiler Ortsbürgermeister Erhard Rosenbaum, den Amtskollege Stefan Koch (Niederscheidweiler) schulterklopfend als "Vater unseres Solidarpakts" lobte. uq