Windkraft: Fragenliste stärkt Ortsgemeinden bei Verhandlungen

Windkraft: Fragenliste stärkt Ortsgemeinden bei Verhandlungen

Mit einer Checkliste sowie einem Fragenkatalog will die Verbandsgemeinde Birkenfeld "ein wenig Linie" ins aufstrebende Geschäft mit der Windkraft bringen. Interessierte Ortsgemeinden sollen diese Liste Betreibern oder Vermittlern von Windkraftanlagen vorlegen.

Birkenfeld. (kpm) Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Birkenfeld warnt vor Euphorie und Goldgräberstimmung, ermuntert aber zu forschem Handeln: Nicht mehr lange bleibe den Ortsgemeinden die Chance, sich mit Windkraft etwas hinzuzuverdienen. Aber Interessierte sind auf kompetente Beratung angewiesen, denn laut dem für Dorfentwicklung zuständigen Sachbearbeiter der VG-Bauabteilung, Herbert Leyser, gibt es nicht nur seriöse Makler und Vermittler, die versuchen, sich noch schnell bei privaten wie kommunalen Eigentümern Flächen für eine spätere Windkraftnutzung zu sichern. Vor dem Vertragsabschluss Fragen zum Vorgehen bei Insolvenz oder der Übertragung von vertraglichen Rechten, zum Hersteller der Anlage und möglichen Referenzobjekten sowie zur Unternehmensform und zum geplanten Firmensitz des Betreibers sollen den Ortsgemeinden zumindest helfen, bei den Partnern der Windkraft-Geschäfte die Spreu vom Weizen zu trennen, erläutert Bürgermeister Bernhard Alscher. Anders als noch vor einem Jahrzehnt sind sich Leyser und Alscher einig, haben die Vorbehalte gegen Windräder abgenommen. Strom aus Windkraft sei vielmehr - und selbst bei abnehmenden Subventionen - ein lukratives Geschäft, das man ungern Nachbarn überlasse. Und: Die Gemeinden könnten sogar mittels Windkraft Einnahmeverluste kompensieren, die eine älter werdende Bevölkerung mit sich bringe. Doch Eile sei geboten: Bis 2011 müsse die Planung neuer Anlagen stehen, dann werden mit einem neuen Landesentwicklungsprogramm verschärfte Planungsgrundlagen in Kraft treten. Alscher sieht positive Effekte der Windkraftenergie über die kommunale Einnahmengewinnung hinaus. Auf längere Sicht könnten Kommunen beispielsweise den Strom für ihre Straßenbeleuchtung direkt vom Betreiber einer örtlichen Windkraftanlage beziehen, vielleicht sogar Strom vor Ort kaufen und selbst in die Rolle eines kommunalen Energieanbieters schlüpfen. Um solchermaßen Profit zu erzielen, müsse man auf jeden Fall versuchen, die Bestrebungen der Ortsgemeinden in Sachen Windkraft untereinander abzusprechen und zu koordinieren. Seriöse Windkraft-Betreiber, ist der Bürgermeister optimistisch, werden da mitgehen.