Windkraft ja, aber nur sehr begrenzt

Bernkastel-Kues · Windräder können sich in Zukunft auch in der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues drehen - aber nur auf einer dafür vorgesehenen Fläche an der Grenze zum Haardtkopf und Ranzenkopf auf den Hunsrückhöhen.

Bernkastel-Kues. Rund 900 Hektar umfasst die Fläche, die die Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues für die Nutzung von Windkraft vorsieht. Sie liegt auf den Hunsrückhöhen, der nächstgelegene Ort ist Gornhausen. Aber auch Flächen der Ortsgemeinden Piesport, Wintrich, Brauneberg, Veldenz und Monzelfeld gehören dazu.

Mit seinem einstimmigen Beschluss hat der VG-Rat alle Flächen, die zu den "bedeutsamen historischen Kulturlandschaften" zählen, ausgeschlossen, um negative Auswirkungen für den Tourismus auszuschließen. "Wie viele Windräder auf dieser Fläche gebaut werden können, ist noch nicht ganz klar. "Höchstens 30 sind möglich", sagt der hauptamtliche erste Beigeordnete der VG Bernkastel-Kues, Leo Wächter. Er hat sich mit der Thematik intensiv auseinandergesetzt. Ob es aber so viele sein werden, hängt von weiteren Gutachten ab - zum Beispiel bezüglich der Auswirkung auf Fledermäuse und Vögel - und letztlich dem Willen von Investoren, dort solche Anlagen zu errichten.

Damit die Windräder gebaut werden können, muss der Flächennutzungsplan geändert werden. Dazu sind verschiedene rechtliche Verfahrensschritte notwendig. Außerdem muss mindestens die Hälfte der betroffenen Ortsgemeinden diesem Beschluss zustimmen. Nach Auffassung von Leo Wächter kann das Verfahren frühestens im Herbst 2014 beendet sein.

Alle Fraktionen im VG-Rat begrüßen den Beschluss. Johannes Schneider (ÖDP) sagte gar: "Ich stimme zu - mit Begeisterung." Die Verbandsgemeinde gehe beispielhaft voran. Schneider ist beim BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) engagiert. Für ihn ist der Beschluss des Verbandsgemeinderates eine Mustervorlage für den BUND.
CDU-Sprecher Eduard Arens begrüßt den Bau von Windrädern "in einem begrenzten Umfang". Dadurch werde eine Zerspargelung der Landschaft vermieden. Arens: "Wir allein können die Welt nicht retten, aber wir sollten die Möglichkeit nutzen, in bescheidenem Rahmen ohne Belastung der Umwelt Energie zu erzeugen."
Ähnlich sehen das auch die anderen Fraktionen. SPD und Grüne wünschen sich, dass sich möglichst bald die Windräder auf der nun ausgewiesenen Fläche drehen.