Windkraft-Planung der VG vor Abschluss

Windkraft : Windräder für die VG Wittlich-Land Sicht

Obwohl noch nicht alle Kommunen der Verbandsgemeinde Wittlich-Land über die Windkraftpläne abgestimmt haben, hat sich die Mehrheit bereits dafür ausgesprochen. Demnach kann es bald losgehen.

Sieben lange Jahre dauern bereits die Planungen dafür, Windräder in der VG Wittlich-Land möglich zu machen.

Seitdem ist bereits viel Wasser die Lieser hinunter geflossen, fusionierten die beiden Verbandsgemeinden Manderscheid und Wittlich-Land (alt), wurden insgesamt drei Verbandsgemeinderäte gewählt und machte die Landesregierung in Mainz neue Vorgaben zur Windkraft. Im Frühjahr, kurz vor der Kommunalwahl im Mai, lochte der Verbandsgemeinderat nun aber ein und segnete die Planung ab. Damit hatte der VG-Rat seine Hausaufgaben gemacht. Die Windkraft-Planung war damit aber noch lange nicht abgeschlossen. Denn die 45 Gemeinden inklusive der Stadt Manderscheid in der Verbandsgemeinde müssen auch noch über die Fortschreibung des Flächennutzungsplans zur Windenergie abstimmen.

Nun obliegt es also den Ortsgemeinderäten, die unter zahlreichen Kompromissen ausgehandelten Vorrangflächen für Windkraft zu billigen. Die Abstimmungen in den örtlichen Gremien dazu laufen bereits seit Monaten. Obwohl mit 36 von 45 Gemeinden noch nicht alle Kommunen abgestimmt haben, zeichnet sich bereits ab, dass die Windkraftplanung der VG Wittlich-Land beschlossene Sache ist.

Denn die Gemeindeordnung besagt, dass die Zustimmung als erteilt gilt, wenn mehr als die Hälfte der Ortsgemeinden zugestimmt hat und in diesen mehr als zwei Drittel der Einwohner der Verbandsgemeinde wohnen. Nach Angaben der VG-Verwaltung soll das bereits aktuell der Fall sein. Denn mit Dierscheid und Hupperath haben sich bislang bloß zwei Gemeinden gegen die Windkraftpläne der VG ausgesprochen.

Damit wäre die Windkraftplanung der VG also nun so gut wie in trockenen Tüchern. Nach dem Abstimmungsreigen aller Ortsgemeinden muss die Änderung des Flächennutzungsplans allerdings zu guter Letzt noch von der Kreisverwaltung genehmigt und öffentlich bekannt gemacht werden. Ob das zeitlich in diesem Jahr, das ja nicht mehr so lang ist, noch hinhaut, ist man sich in der Verwaltung nicht so sicher. Schließlich haben ja auch noch nicht alle Ortsgemeinden abgestimmt.

Nichtsdestotrotz scheint das Ergebnis mehr oder weniger bereits festzustehen. Von der anfänglich ins Auge gefassten Fläche ist dabei aber nicht mehr allzu viel übrig geblieben. So werden von den anfänglich angepeilten fünf Prozent der VG-Fläche für Windkraft nach Abschluss der Planung nur 1,2 Prozent übrigbleiben. Damit bleibt die VG unter der von der Landesregierung geforderten Vorgabe von zwei Prozent. „Damit bin ich aber nicht unglücklich“, sagt Bürgermeister Dennis Junk. Weil die VG auf Grund der Landschaft und des  Tourismus nicht mehr zu bieten habe, sei er mit dem Ergebnis zufrieden.
Wenn sich letztlich zehn Windräder in der VG drehen würden, sagt Junk, sei das schon viel. Aktuell gebe es erst für die Bereiche Heidweiler/Niesbach und Niederscheidweiler konkrete Gespräche und Planungen zur Errichtung von Windrädern.

Trotz dieser relativ geringen Fläche für Windkraft leiste die VG ihren Beitrag zur Energiewende, sagt Junk, denn immerhin habe man im Landkreis die größten Photovoltaik-Flächen.

Flächen Von den 2160 Hektar, die man zu Beginn als Windkraftflächen ins Auge gefasst hatte, ist zum Schluss mit 470 Hektar nur ein Bruchteil übriggeblieben. Zahlen oder Schätzungen dazu, wie viele Windräder auf dieser Fläche maximal errichtet werden können, gibt es laut Verwaltung nicht. Die Standorte im Einzelnen:

Hasborn/Niederöfflingen Nahe der A1 sollen auf den Gemarkungen beider Ortschaften Windräder möglich werden. Der Standort umfasst zwei nahegelegene Flächen mit 48 Hektar.

Niederscheidweiler Auf den Flächen der Gemeinde sollen 32,6 Hektar für die Windkraft bereitgestellt werden.

Bergweiler/Hupperath/Bruch Dort sollen auf drei Parzellen insgesamt 86,4 Hektar für den Bau von Windrädern zur Verfügung stehen.

Heidweiler/Niersbach Der größte Windpark in der VG Wittlich-Land soll auf den Gemarkungen der Gemeinden Heidweiler und Niersbach entstehen, wo 301 Hektar für die Windkraft reserviert werden sollen.

Mehr von Volksfreund