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Windpark Berglicht: Abowind ersetzt Windräder durch größere

Energie : Weniger Windräder, mehr Leistung im Windpark Berglicht

Windpark Berglicht: Da die Förderung der bisherigen Anlagen nach 20 Jahren ausläuft, will Abowind diese durch größere und leistungsfähigere Anlagen ersetzen.

Das Windkraftunternehmen Abowind bereitet in der Verbandsgemeinde Thalfang eine Erneuerung von Windkraftanlagen vor. Statt bisher neun Anlagen im Windpark Berg­licht sollen dort ab 2023 nur noch drei Räder Strom erzeugen. Jörg Nit­hammer, Projektleiter des Unternehmens, sagt, Grund für das sogenannte Repowering sei, dass die EEG-Förderung der bisherigen Anlagen nach 2022 auslaufe. Von den drei Anlagen soll sich dann eine auf der Gemarkungsgrenze von Büdlich und Breit drehen, zwei weitere auf dem Areal der Kommune Berglicht.

Von den neun derzeitigen Windrädern stehen jeweils eins auf Breiter und Büdlicher Gebiet, fünf auf der Gemarkung Berglicht und zwei auf den Flächen der Ortsgemeinde Heidenburg. Mehr Anlagen seien nicht möglich, da diese aufgrund ihrer Größe Abstände zu den Anlagen der benachbarten Windparks, zu den umliegenden Ortschaften und auch untereinander brauchen, sagt Nit­hammer.

Die neuen Windräder werden rund 250 Meter hoch sein, mit einer Leistung von jeweils sechs Megawatt. Die alten Anlagen haben eine Leistung von jeweils 1,5 Megawatt, so dass die Leistung des Windparks steigt, obwohl die Anzahl der Windräder abnimmt. Die Investitionssumme für das Repowering steht laut Nithammer noch nicht fest. 

Für die Ortsgemeinden hat das Repowering Auswirkungen. Denn sie profitieren von der Pacht, die Abowind zahlt. In Büdlich und in Berglicht erwarten die Ortsbürgermeister mindestens gleichbleibende Pachteinnahmen als bisher. Zwar fällt für Büdlich ein komplettes Rad weg. Und die neue Anlage steht auf der Gemarkungsgrenze zu Breit, so dass sich beide Orte die Pacht für das neue Windrad teilen. Doch Jörg Schönenberger, Ortsbürgermeister von Büdlich sagt, dass er höhere Pachteinahmen erwartet, da die neue Anlage mehr Energie produziert als bisher. Ähnlich äußert sich sein Amtskollege Michael Reusch aus Berglicht. Dort werden statt der bisher fünf Windräder zwei neue errichtet. „Für die Ortsgemeinde Berglicht gehen wir davon aus, dass sich die Pachteinnahmen nicht verschlechtern werden“, lautet seine Prognose. Allerdings seien die Verträge noch nicht geschlossen. In Berglicht begrüßt man das Repowering, sagt Reusch. „Wir sind Windkraftgemeinde.“

Ganz anders sieht es in Heidenburg aus. Denn dort fallen zwei Anlagen und damit die Pachteinnahmen in Höhe von jährlich 30 000 Euro weg, Einnahmen, die der Ortsgemeinde in ihrer angespannten Finanzsituation fehlen werden, sagt Ortsbürgermeister Peter Kolz. Die anderen Windräder stünden trotzdem nahe am Dorf, sagt er. „Es ist tragisch, dass man dort rausfällt“, sagt er. Er verweist allerdings auf die vereinbarte Vertragsdauer von 25 Jahren. Da die Anlagen im Windpark Berglicht 2001/2002 errichtet worden sind, geht er davon aus, dass seine Ortsgemeinde noch bis 2026 Pachteinnahmen erhält. Derzeit stehe man deswegen mit Abowind im Gespräch.

Hoffnungsschimmer bringt den Ortsgemeinden in der Nähe des Windparks Berglicht allerdings eine Änderung im neugefassten Gesetz für erneuerbare Energien, das der Bundestag erst im Dezember 2020 beschlossen hat und das noch nicht veröffentlicht und damit noch nicht gültig ist. Demnach können Kommunen beim Bau neuer Windräder von einer sogenannten Kommunalabgabe profitieren. 0,2 Cent pro Kilowattstunde werden unter den Gemeinden verteilt, die bis zu maximal 2,5 Kilometer von den neuen Anlagen entfernt sind. Diese Zahlung ist für den Betreiber der Windräder freiwillig. Nithammer sagt, dass das Unternehmen Abowind die Kommunalabgabe voraussichtlich leisten werde.