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Windpark Gielertsoll im Dezember 2021 in Betrieb gehen

Energie : Weiße Riesen werden immer höher

Vor rund 25 Jahren wurden die ersten Windenergieanlagen in der Region aufgestellt. Damals von vielen noch als Exoten belächelt, prägen sie heute das Landschaftsbild in Eifel und Hunsrück und sind ein fester Bestandteil der Energieversorgung.

Erneuerbare Energien sind derzeit in aller Munde. Insbesondere der von vielen Wissenschaftlern bestätigte menschengemachte Klimawandel, der aufgrund der jüngsten extremen Wetterereignisse nochmals verstärkt in den Fokus der Menschen gerückt ist, hat die Debatte erneut angeheizt. Zu diesen Extremen gehören die hohen Temperaturen im Mittelmeerraum genauso wie das Starkregenereignis Mitte Juli, unter anderem in der Eifel.

Bereits vorher hatte man in Rheinland-Pfalz das Ziel ausgegeben, 2030 rechnerisch alle verbrauchte Energie selbst zu erzeugen.

Einen ganz wesentlichen Faktor bildet dabei die Windenergie. 1995 wurde im Landkreis Bernkastel-Wittlich das erste Windrad in der Hunsrückgemeinde Heidenburg errichtet, mit einer Nabenhöhe von 50 Metern und einer Leistung von 270 Kilowatt – nach heutigen Maßstäben eher ein weißer Zwerg als ein weißer Riese.

Erst danach förderte die Bundesregierung mit dem Einspeisungsgesetz die Entwicklung der regenerativen Energien, was andere Gemeinden ebenfalls veranlasste, sich für den Bau von Windrädern zu interessieren.

Das erste Heidenburger Wind­rad ist schon längst nicht mehr da. Denn die Entwicklung hat bei den Windenergieanlagen rasante Fortschritte gemacht. Die neusten weißen Riesen, wie sie derzeit beispielsweise im Windpark Gielert/Verbandsgemeinde Thalfang entstehen und die im Dezember 2021 in Betrieb gehen sollen, haben eine Nabenhöhe von 164 Metern. Die Rotoren haben einen Durchmesser von 149 Metern, so dass sich eine Gesamthöhe von 239 Metern ergibt. Die beiden Anlagen werden eine Stärke von jeweils 5700 Kilowatt haben, also mehr als das 20-fache als der Heidenburger Vorreiter.

Heute wird das Landschaftsbild in Hunsrück und Eifel maßgeblich von der Windkraft geprägt. Große Windparks sind entstanden auf dem Ranzen­kopf, einem Höhenzug zwischen der Einheitsgemeinde Morbach und Bernkastel-Kues, mit derzeit laut der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord 42 Anlagen. Weitere große Parks gibt es entlang der A1 im Bereich Reinsfeld und Naurath (beides VG Hermeskeil), bei Hallschlag und Ormont in der Eifel, westlich von Prüm, in der VG Bitburg Land rund um Mettendorf und westlich und südlich von Welschbillig. Hinzu kommen zahlreiche kleinere Windparks.

Doch ist auch bei den bestehenden Windparks viel in Bewegung. Zunehmend werden ältere Anlagen, bei denen die festgelegte Preisgarantie bei der Einspeisung ausläuft, ersetzt durch höhere und leistungsfähigere Windräder, die sich dann aber in der Gesamtzahl reduzieren.

Beispiel Energielandschaft Morbach: 14 Windräder mit rund 100 Metern Nabenhöhe wurden ersetzt durch sieben Windräder mit 159 Metern Nabenhöhe, die dann aber jeweils mehr als die doppelte Nennleistung haben als ihre Vorgänger.

 Von unten erscheinen sie klein, doch von nahem werden die Dimensionen eines Rotors der Windenergieanlagen sichtbar. Auf dem Windweg zwischen Heidenburg und Berglicht, eine Art Lehrpfad für Windenergie im Landkreis Bernkastel-Wittlich, hat sich Elias aus Wesel in die Befestigung eines Flügels gestellt, um die Dimensionen sichtbar zu machen. Dabei ist das ausgestellte Exemplar mit einer Länge von 37,5 Meter und einem Gewicht von 6,5 Tonnen längst überholt. Bei neuen Anlagen sind die Rotoren inzwischen etwa doppelt so lang.  Wie schnell drehen sich eigentlich die Rotoren, was je nach deren Länge manchmal etwas gemütlich wirkt? Bis zu 10,7 Umdrehungen pro Minute schaffen die Rotoren des Typs Nordex N 149, die derzeit bei Gielert errichtet werden, sagt Felix Losada vom Windanlagenhersteller Nordex aus Hamburg.  Das reicht an der Flügelspitze für eine Geschwindigkeit von rund 300 Kilometer pro Stunde
Von unten erscheinen sie klein, doch von nahem werden die Dimensionen eines Rotors der Windenergieanlagen sichtbar. Auf dem Windweg zwischen Heidenburg und Berglicht, eine Art Lehrpfad für Windenergie im Landkreis Bernkastel-Wittlich, hat sich Elias aus Wesel in die Befestigung eines Flügels gestellt, um die Dimensionen sichtbar zu machen. Dabei ist das ausgestellte Exemplar mit einer Länge von 37,5 Meter und einem Gewicht von 6,5 Tonnen längst überholt. Bei neuen Anlagen sind die Rotoren inzwischen etwa doppelt so lang. Wie schnell drehen sich eigentlich die Rotoren, was je nach deren Länge manchmal etwas gemütlich wirkt? Bis zu 10,7 Umdrehungen pro Minute schaffen die Rotoren des Typs Nordex N 149, die derzeit bei Gielert errichtet werden, sagt Felix Losada vom Windanlagenhersteller Nordex aus Hamburg. Das reicht an der Flügelspitze für eine Geschwindigkeit von rund 300 Kilometer pro Stunde Foto: Christoph Strouvelle
 Neue Windräder haben rote Markierungen an den Rotorblättern, dem Maschinenhaus und am Turm. Gerade am Mast sind die Dimensionen der Anlagen gut zu erkennen. Denn der rote und drei Meter breite Ring, der dort im unteren Teil zu sehen ist, befindet sich in einer Höhe von etwa 40 Metern, bestätigt Felix Losada vom Hersteller Nordex. Die Nachtkennzeichnung in Form von roten LED-Lichtern befindet sich etwa auf 84 Meter Höhe. Auf der Gondel befinden sich zwei weitere rote Lichter. Derzeit blinken die Anlagen oft die gesamte Nacht durch. Doch sollen die Windenergieanlagen bis Ende 2022 alle so umgerüstet werden, dass sich die Lichter lediglich dann einschalten, wenn sich ein Flugzeug oder Hubschrauber nähert. In der Energielandschaft Morbach und einem Teil der Windräder auf dem Ranzenkopf zwischen Morbach und der VG Bernkastel-Kues ist eine solche Technik bereits aktiviert.
Neue Windräder haben rote Markierungen an den Rotorblättern, dem Maschinenhaus und am Turm. Gerade am Mast sind die Dimensionen der Anlagen gut zu erkennen. Denn der rote und drei Meter breite Ring, der dort im unteren Teil zu sehen ist, befindet sich in einer Höhe von etwa 40 Metern, bestätigt Felix Losada vom Hersteller Nordex. Die Nachtkennzeichnung in Form von roten LED-Lichtern befindet sich etwa auf 84 Meter Höhe. Auf der Gondel befinden sich zwei weitere rote Lichter. Derzeit blinken die Anlagen oft die gesamte Nacht durch. Doch sollen die Windenergieanlagen bis Ende 2022 alle so umgerüstet werden, dass sich die Lichter lediglich dann einschalten, wenn sich ein Flugzeug oder Hubschrauber nähert. In der Energielandschaft Morbach und einem Teil der Windräder auf dem Ranzenkopf zwischen Morbach und der VG Bernkastel-Kues ist eine solche Technik bereits aktiviert. Foto: Christoph Strouvelle
    Klein wirkt von unten das Maschinenhaus, das auf dem Turm sitzt und an dem die Rotoren befestigt sind. Dabei entsprechen die Dimensionen eher einem Güterwaggon. Hier müssen ein Teil der elektrischen Ausrüstung, die Rotorkopflagerung sowie diverse Systeme wie Kühlung und  Elektronik untergebracht werden.
  Klein wirkt von unten das Maschinenhaus, das auf dem Turm sitzt und an dem die Rotoren befestigt sind. Dabei entsprechen die Dimensionen eher einem Güterwaggon. Hier müssen ein Teil der elektrischen Ausrüstung, die Rotorkopflagerung sowie diverse Systeme wie Kühlung und  Elektronik untergebracht werden. Foto: Christoph Strouvelle
 Bereits das Betonfundament ist ein mächtiger Baustein eines Windrades. Für die in Gielert/Hunsrück geplanten Anlagen, bei der sich die Flügel auf eine Höhe von 164 Metern um die Nabe drehen, beträgt der Durchmesser des Fundaments 24 Meter, die Höhe 2,80 Meter, sagt Felix Losada vom WEA-Hersteller Nordex. Darin sind 100 Tonnen Stahl verarbeitet. Hinzu kommen 748 Kubikmeter Beton. Bei einem vierachsigen Betonmischer mit einer Füllmenge von 9 Kubikmeter sind so rund 83 Fahrten notwendig.   
Bereits das Betonfundament ist ein mächtiger Baustein eines Windrades. Für die in Gielert/Hunsrück geplanten Anlagen, bei der sich die Flügel auf eine Höhe von 164 Metern um die Nabe drehen, beträgt der Durchmesser des Fundaments 24 Meter, die Höhe 2,80 Meter, sagt Felix Losada vom WEA-Hersteller Nordex. Darin sind 100 Tonnen Stahl verarbeitet. Hinzu kommen 748 Kubikmeter Beton. Bei einem vierachsigen Betonmischer mit einer Füllmenge von 9 Kubikmeter sind so rund 83 Fahrten notwendig.   Foto: Christoph Strouvelle
 Der Transport eines Rotors bei Zerf (Landkreis Trier-Saarburg).  270 LKW-Fahrten sind notwendig, um ein komplettes Windrad der Marke Nordex, wie es gerade in Gielert bei Thalfang aufgebaut wird,  zu seinem Bestimmungort zu bringen. Darin enthalten sind 9 Schwertransporte mit den Anlagenkomponenten (3 für Teile des Stahlturms, 3 für Rotorblätter, 3 für Maschinenhaus, Rotornabe und Triebstrang.)  Die Gesamtmasse der WEA (ohne Fundament), bestehend aus Betonturm, Stahlturm, Gondel, Nabe und Rotorblätter beträgt etwa 1450 Tonnen, sagt Felix Losada von Nordex.   
Der Transport eines Rotors bei Zerf (Landkreis Trier-Saarburg). 270 LKW-Fahrten sind notwendig, um ein komplettes Windrad der Marke Nordex, wie es gerade in Gielert bei Thalfang aufgebaut wird,  zu seinem Bestimmungort zu bringen. Darin enthalten sind 9 Schwertransporte mit den Anlagenkomponenten (3 für Teile des Stahlturms, 3 für Rotorblätter, 3 für Maschinenhaus, Rotornabe und Triebstrang.) Die Gesamtmasse der WEA (ohne Fundament), bestehend aus Betonturm, Stahlturm, Gondel, Nabe und Rotorblätter beträgt etwa 1450 Tonnen, sagt Felix Losada von Nordex.   Foto: Trierischer Volksfreund/Christa Weber

Aktuell hat der Anteil an erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung in Rheinland-Pfalz einen Anteil von 51 Prozent. Auf die Windkraft alleine entfällt ein Anteil von 32 Prozent. Was bedeutet, dass ein Drittel des in Rheinland-Pfalz erzeugten Stroms von den Windrädern eingespeist wird.