Windräder sollen Geld in Kasse wehen

Morbach · Der Betrieb von Windrädern soll Kommunen und Kreis mehr Geld in die Kassen wehen. Der dafür benötigten Satzungsänderung der gemeinsamen Betreibergesellschaft hat die Gemeinde Morbach als vierte Kommune zugestimmt.

Windräder sollen Einnahmen für Morbach bringen. Foto: Archiv

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Morbach. Die Einheitsgemeinde Morbach will sich an Bau und Betrieb von Windrädern, die rund um den Ranzenkopf gebaut werden, beteiligen. Deswegen hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung der Satzungsänderung der Betriebsgesellschaft, einer Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR), zugestimmt.
In dieser Satzung wird die Zusammenarbeit der Gemeinde Morbach mit dem Kreis Bernkastel-Wittlich und den Verbandsgemeinden Traben-Trarbach, Bernkastel-Kues, Wittlich Land und der Stadt Wittlich geregelt. Falls die Gremien aller Kommunen dieser Regelung zustimmen, kann die AöR Windräder nicht nur planen und projektieren, sondern auch errichten und betreiben.
In anderen Gemeinden, auf deren Gebiet sich die Rotoren drehen, werden meist nur die benötigten Flächen verpachtet.
Bei dem angestrebten Modell jedoch treten die AöR mit den noch zu gründenden Betriebsgesellschaften Windpark am Ranzenkopf I und II und damit indirekt die beteiligten Kommunen als Unternehmer auf.
Bis zu 16 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 48 Megawatt sollen auf den Gemarkungen von Ortschaften in der EG Morbach und der VG Bernkastel-Kues entstehen, heißt es in der Sitzungsvorlage.
Dafür ist Geld erforderlich: 80 Millionen Euro beträgt die Investitionssumme, vorbehaltlich der noch ausstehenden Prüfungen, falls alle beabsichtigten 16 Windräder gebaut werden. 20 Prozent der Investitionssumme muss die AöR als Eigenkapital einlegen. Der Rest wird über Darlehen finanziert. Die Gemeinde Morbach trägt als Standortgemeinde 25 Prozent des benötigten Eigenkapitals, also maximal vier Millionen Euro.
Falls sich Bürger mit Einlagen beteiligen, verringert sich der Anteil auf 22,5 Prozent. Derzeit werde davon ausgegangen, "dass die zu erwartende Rendite die Kosten des eingesetzten Eigenkapitals deutlich übersteigen wird", heißt es in der Sitzungsvorlage. Die Gremien der VG Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach und der VG Wittlich-Land haben den Plänen bereits zugestimmt, sagt Bürgermeister Andreas Hackethal. Noch vor Weihnachten sollen die Stadt Wittlich und der Kreis folgen.
Laut Willi Feilen von der FWM habe die Energiewende Vor- und Nachteile. "Der Bürger zahlt die Kosten, die Betreiber gewinnen." Theo Wagner von der SPD spricht sich für eine finanzielle Beteiligung aus, da die Gemeinde so nicht nur die Pacht, sondern auch Gewinn erhalte. Jedoch spreche bei Windrädern keiner mehr von Ökologie und von der Speicherung der Energie.
Uwe Andretta von Bündnis90/Die Grünen spricht sich für den Bau der Windräder aus, da Deutschland aufgrund der Braunkohle einer der größten Kohlendioxiderzeuger sei. "Dem müssen wir etwas entgegensetzen", sagt er.
Jürgen Jakobs von der CDU sagt, aus Sicht der Kommune müsse man die Windräder betriebswirtschaftlich betrachten. Die Pachteinnahmen könnten durch die Beteiligung am Betrieb verdoppelt werden. "Können wir es uns leisten, darauf zu verzichten?" fragt er.
Kurt Müllers von der FDP spricht sich gegen eine Beteiligung an der AöR und gegen Windräder aus. "Ich stimme nicht zu, aus ökologischen Gründen", sagt er. Überall würden Windräder aufgestellt. Die Energiewende gerate in den Hintergrund, es gehe nur ums Geld.
Der Rat hat der Satzungsänderung der AöR, durch die der Weg frei gemacht wird für Bau und Betrieb von Windenergieanlagen, mit zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen zugestimmt.