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Wintersport am Erbeskopf wird noch nicht privatisiert

Wintersport am Erbeskopf wird noch nicht privatisiert

Die Investoren aus Gräfendhron, die den Wintersportbetrieb am Erbeskopf zur nächsten Saison übernehmen und ausbauen wollten, haben ihr Angebot zurückgezogen. Der Zweckverband Erbes-kopf hofft, dass die Übernahme später noch klappt. Dennoch gibt es eine gute Nachricht: Der Hochseilgarten am Erbeskopf erweitert sein Angebot mit einer Seilbahn.

Erbeskopf. Als die Brüder Achim und Thomas Züscher dem Zweckverband Wintersport, Natur- und Umweltbildungsstätte Erbeskopf im Dezember 2011 ihre Pläne für den Ausbau des Wintersports auf der höchsten Erhebung des Landes vorgestellt haben, waren die Reaktionen euphorisch. Verbandsvorsteher Hans-Dieter Dellwo verglich die Präsentation mit einer Bescherung zum Nikolaustag. Landrat Gregor Eibes sprach von einer idealen Lösung.
Die Züschers wollten unter anderem eine Gaststätte bauen, die Lifte verlängern und die Waldgaststätte sanieren. In der aktuellen Sitzung des Zweckverbands wurde zu dem Thema wenig gesagt. Dellwo verkündete, dass die Investoren aus Gräfendhron, die auch die Sommerrodelbahn am Erbeskopf betreiben, ihr Angebot zurückgezogen haben und der Zweckverband dies bedauere.
Investoren machen Rückzieher


Der Grund für den Rückzug: Weil noch viele Fragen offen sind, ist es dem Verband nicht möglich, den Investoren den Wintersport-Betrieb bereits zur Saison 2012/2013 zu übertragen. Dies war aber für die Züschers eine wesentliche Voraussetzung für den Bau ihrer Gaststätte, mit dem sie ihre Pläne beginnen wollten.
Betrieb und Verkauf der Wintersportanlagen müssten nach einheitlichen Grundsätzen ablaufen, erklärte Dellwo. Der Zweckverbandsausschuss müsse die Verfahrensschritte der Privatisierung noch eingehend beraten. Grundsätze der Wirtschaftlichkeit, vergabe- und beihilferechtliche Vorgaben seien zu beachten.
Der Zweckverband ist offensichtlich dennoch weiter optimistisch. Die Verbandsversammlung hoffe, dass die Züschers wohlwollend prüften, ob sie sich an dem künftigen Verhandlungsverfahren beteiligten, sagte Dellwo. Er dankte den Investoren für ihr Engagement. Mehr sagte er nicht. Auch die Züschers wollten sich auf TV-Anfrage nicht weiter äußern.
Nach den schlechten Nachrichten gab es auch eine gute in der Sitzung: Der Hochseilgarten am Erbeskopf soll um eine Seilbahn, eine sogenannte Flying-Fox-Anlage, erweitert werden. In einer Haltung als würden sie fliegen, sausen die Mitfahrer bei dieser Anlage an zwei Gurten befestigt am Seil entlang.
Die Seilbahn soll spätestens zur Saisoneröffnung 2013 im März laufen und besteht aus fünf Bahnen, die maximal 170 Meter lang sind. Die Kosten betragen 60 000 Euro. Zuschüsse der Lokalen Aktionsgruppe Erbeskopf dafür sind bereits bewilligt, das Land hat welche in Aussicht gestellt. Eine Bauvoranfrage ist positiv ausgefallen. mai