Winzer aus Maring-Noviand möchten eine Wetterstation in den Weingerten

Weinbau : Winzer aus Maring-Noviand möchten eine Wetterstation in den Wingerten

Beim Pflanzenschutz im Weinbau kommt es auf den optimalen Spritztermin an. Wetterstationen liefern wichtige Daten. Deshalb wünschen sich einige Maringer Winzer eine solche Station.

Beim Pflanzenschutz im Weinbau kommt es darauf an, den richtigen Termin zu treffen. „Ein einziger Tag kann entscheidend sein“, sagt Franz Melsheimer vom Weingut Arthur Melsheimer, Klosterhof Siebenborn in  Maring-Noviand. Deshalb setzt er sich für eine Wetterstation ein, die in der Lage Maringer Honigberg aufgestellt werden soll.

Um den optimalen Spritztermin zu treffen, muss der Winzer vor allem exakte Wetterdaten haben. An Mosel, Saar und Ruwer liefern 30 agrarmeteorologische Wetterstationen solche Daten. Erfasst werden stündlich unter anderem die Lufttemperatur, Bodentemperatur, Niederschlagsmenge, Blattnässe in Prozent, relative Luftfeuchte und die Windstärke. Das Entscheidende: Ein Programn namens Vitimedeo, gemeinsam entwickelt vom Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg mit den Schweizer Forschungsanstalten Wädenswilx und Changins, berechnet mit den Wetterdaten die wichtigsten Schritte im Lebenskreislauf wichtiger Rebkrankheiten. Zu den gefährlichsten zählt die Peronospora, die im Jahr 2016 in den Weinbergen der Mosel enorme Schäden verursacht hat. Sie verbreitet sich dann rasant schnell, wenn bestimmte Temperaturen und Feuchtigkeitsbedingungen vorherrrschen. Vitimedeo kann sehr genau vorhersagen, wann eine Infektion der Blätter oder Trauben erfolgt und wann der optimale Zeitpunkt ist, um den Pilz mit einem Fungizid zu bekämpfen.

Andere gefährliche Rebkrankheiten sind Oidium und Schwarzfäule. Je mehr Wetterstationen, umso genauer sind die Prognosen. Die von Maring-Noviand nächsten Wetterstationen stehen in Piesport und Zeltingen-Rachtig. Franz Melsheimer macht sich daher stark für eine weitere Wetterstation in der Schiefer-Steillage Maringer Honigberg. Melsheimer, Vorstandsmitglied im Verein Römerkelter e.V,. in dem zwölf aktive Maringer Winzer zusammengeschlossen sind, hat sich vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel beraten lassen. Dort steht man dem Vorhaben sehr positiv gegenüber. 10 000 Euro soll die Station kosten, das DLR hat 50 Prozent Landesmittel zugesagt. Der Verein Römerkelter wird 2000 Euro beisteuern. Melsheimer hofft, die restlichen 3000 Euro über Spenden finanzieren zu können. Er geht davon aus, dass rund 50 Winzer von dieser neuen Wetterstation profitieren werden.

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